Staatlich geprüfter Techniker oder ein Ingenieurstudium – was bringt mehr?

Studieren als Meister lohnt sich das den

Mir gefällt es in Deutschland so gut, weil wir in vielen Bereichen sehr vielfältig sind. Zu diesen vielen fältigen Bereichen gehört natürlich auch der Bildungsbereich. Es gibt bei uns viele verschiedene Wege und Abschlüsse. Alle davon haben meiner Meinung nach ihre Daseinsberechtigung. Dennoch schaut es auf den ersten Blick oft so aus, als könnte ein Abschluss den anderen ersetzen. So ist es auch im technischen Bereich. Hier gibt es die Weiterbildung bzw. Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Techniker und ein Ingenieurstudium. Beide zielen auf ähnliche Bereiche ab. Da fragt man sich schon mal: „Was bringt eigentlich mehr? Staatlich geprüfter Techniker oder ein Ingenieurstudium?“

Was ist ein staatlich geprüfter Techniker?

Beim staatlich geprüften Techniker, handelt es sich um eine Fortbildung, für Berufspraktiker mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung. Sie soll den Weg in anspruchsvollere, qualifiziertere und besser bezahlter Positionen freimachen.

Dabei gibt es natürlich nicht den einen Techniker. Es gibt viele verschiedene Fachrichtungen. Zu den beliebtesten gehören die Bereiche:

  • Elektronik
  • Metall
  • Mechatronik
  • Holz
  • Lebensmittel

Wenn du staatlich geprüfter Techniker werden möchtest, dann kannst du eine entsprechende Fortbildung an einer Fachschule in Vollzeit oder Teilzeit machen. Du kannst das Ganze aber auch per Fernstudium angehen, wo du etwa 42 Monate dafür einplanen solltest. Wenn du deinen Techniker in einer Fachschule machst, dann musst du dafür mehr als 2400 Unterrichtsstunden einplanen.

Wenn du die Prüfungen dabei schaffst, das heißt diese mit mindestens einem Vierer abschließt, bekommst du ein Staatsexamen.

Je nachdem in welchen Beruf du tätig bist, wirst du mit diesem Abschluss für qualifiziere Aufgaben im Qualitätsmanagement, der Produktionsplanung aber auch im Einkauf oder Vertrieb eingesetzt. Im Gegensatz zu dem viel praktischer ausgelegten Meister, ist der staatlich geprüfte Techniker eher theoretischer Natur und findet auch Aufgaben in der Entwicklung oder der Beratung usw.


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Was ist ein Ingenieur?

Beim Ingenieur handelt es sich um einen akademischen Abschluss oder ein aufbauendes System davon. Der erste Abschluss diesbezüglich ist in der Regel der Bachelor und der aufbauende Abschluss ist dann der Master.

Ein Ingenieurabschluss kann als Ausbildung direkt nach dem Abitur oder einer Fachhochschulreife, aber auch als Weiterbildung nach einem Meister oder staatlich geprüften Techniker gemacht werden. Das ist auch schon ein Unterschied zum staatlich geprüften Techniker. Dieser ist nämliche eine reine Fortbildung und braucht als Grundlage eine Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung.

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Wie auch beim Techniker der Fall, kannst du diesen Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule vor Ort erlangen. Du kannst aber auch ein Fernstudium ins Auge fassen. Vor allem dann, wenn du das Ganze als Weiterbildung nebenberuflich vorhast, dann bietet sich ein flexibles Fernstudium an.

Wenn du dieses beispielsweise bei der AKAD machst, dann dauert es bis zum Bachelorabschluss in der Sprintervariante ca. 42 Monate. In der Standardvariante solltest du 54 Monate einplanen. Dabei habe ich mich an dem Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik – Bachelor of Engineering orientiert. Wenn du vor hast den Master auch noch zu machen, solltest du nochmal ein bis zwei Jahre dafür einplanen.


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Was sagt der Deutsche Qualifikationsrahmen über das Niveau?

Der Qualifikationsrahmen wurde eingeführt, um einen Vergleich der Bildungsabschlüsse im beruflichen und akademischen System, aber auch im allgemeinbildenden System zu finden.

Doch was sagt der Deutsche Qualifikationsrahmen zu Techniker und Ingenieur? Nun, dieser stellt den Bachelorabschluss und den staatlich geprüften Techniker auf eine Stufe, nämlich der Stufe 6. Der Masterabschluss findet sich dann wiederrum auf der 7. Stufe, wo auch die Betriebswirte der Kammern zu finden sind. Das heißt, dass ein Ingenieur mit Bachelorabschluss auf dem selben Niveau ist, wie ein staatlich geprüfter Techniker.

Das ist gut nachzuvollziehen, weil ja auch der Techniker viel Wissen bringt und darüber hinaus eine Berufsausbildung voraussetzt, was beim Ingenieur nicht der Fall ist. Doch was sagen die Unternehmen? Wie schaut es da aus? Schließlich sind sie es, die Fach- und Führungskräfte beschäftigen.

Was ist in den Unternehmen besser anerkannt?

Der Qualifikationsrahmen ist die eine Sache, die zweite Sache ist allerdings, was die Unternehmen bezüglich der Wertigkeit sagen. Nach meinen Beobachtungen ist es so, dass Ingenieure vor allem in größeren Unternehmen die besseren Karten haben. Sie steigen oft schon viel höher in die Hierarchie ein und verdienen im Schnitt mehr als ein staatlich geprüfter Techniker.

In kleineren und mittleren Unternehmen, kann der Vorteil der Berufserfahrung beim Techniker mehr wert sein. Nach meinen Beobachtungen, gibt es also sowohl mit dem Techniker, als auch mit dem Ingenieur gute Karten einen tollen gutbezahlten Job zu bekommen. Dazu solltest du auch wissen, dass ein Abschluss immer nur ein Teil von dir ist.

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Wenn du einen Studienabschluss hast, aber sonst kaum was nachweisen kannst wie Sprachkenntnisse, Praktika usw., dann wird es genauso schwierig, wie als Techniker, der in der Praxis keine Leistungen bringt. Ein Abschluss ist immer nur ein Mosaikstein der Qualifikationen.

Wer verdient mehr – Techniker oder Ingenieur?

Das Einkommen schwankt, in Deutschland doch extrem. So wird im Süden von Deutschland, also in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg mehr verdient, als beispielsweise in Sachsen oder Sachsen-Anhalt. Außerdem spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, wie:

  • Berufserfahrung
  • Verhandlungsgeschick
  • Unternehmensgröße
  • weitere Qualifikationen
  • Führungsverantwortung
  • uvm.

eine Rolle für das Einkommen. Ich kann dir aber hier gerne mal eine Fachrichtung aufzeigen, dass du ein Gefühl dafür bekommst. Beispielsweise verdient der staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik laut Gehalt.de zwischen 2850 Euro und 4115 Euro brutto im Monat. Dabei verdienen diese qualifizierten Fachkräfte in Bayern mit 3500 Euro im Durchschnitt viel besser, als in Brandenburg mit 2570 Euro im Durchschnitt. Du siehst, dass alleine die Region schon 1000 Euro ausmachen kann.

Um nun das Ganze besser vergleichen zu können, führe ich hier noch das Durchschnittsgehalt eine Ingenieurs im Bereich der Elektrotechnik an. Laut Gehaltsvergleich.com beträgt dieses im zwischen 3070 Euro und 6841 Euro brutto im Monat. Wenn wir das nun mit dem Techniker vergleichen, ist zu erkennen, dass der niedrigste Wert höher und auch der höchste Wert viel höher ist. Dies kann darauf schließen, dass Ingenieure tendenziell besser verdienen. Es kann aber auch sein, dass es große Ausreiser nach Oben gibt, die das Ergebnis etwas verfälschen. Ich bin der Meinung, dass Ingenieure durchaus mehr verdienen, weil sie in größeren Unternehmen oft den Vorzug bekommen und da einfach mehr bezahlt wird.

Außerdem liegt die Stärke des Studiums darin, sich Dinge auch selber zu erarbeiten. Akademiker haben gelernt, an eine Sache wissenschaftlich ran zu gehen. Ein Techniker, kann das auch lernen, aber in der Fortbildung selber, lernt das ein staatlich geprüfter Techniker in der Form nicht.

Kosten-Nutzen-Verhältnis beachten

Wenn du dir die Statistik angeschaut hast, dann erkennst du, dass ein Studium vor allem aus finanzieller Sicht lohnenswert ist. Allerdings ist das aus meiner Sicht nicht immer so. Wenn du nach dem Abitur ein Studium beginnst, dann lohnt sich das auf alle Fälle. Doch je älter du wirst, desto schwieriger wird es mehr zu verdienen als das Studium dann auch bringt. Häufig macht es mehr Sinn, zum Techniker nützliche Zusatzqualifikationen zu erwerben, weil die oft günstiger sind und auch einen positiven Effekt haben.

Außerdem solltest du wissen, dass ein Studium ja auch Geld kostet und im späteren Alter nicht zwangsläufig auch eine finanzielle Verbesserung bringen muss. Du solltest dich also wirklich genau hinterfragen und eventuell gut beraten lassen.

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Nicht nur auf das Geld schauen

Wenn du einen weiteren Schritt in deiner Karriere gehen möchtest, egal ob eine Studium oder zum staatlich geprüften Techniker – Geld sollte nicht deine wichtigste Triebfeder sein. Natürlich brauchen wir Geld zu Leben und es ist schön gerecht belohnt zu werden. Doch ist uns Geld wirklich so viel wert, dass wir weder unserer Leidenschaft noch unseren Talenten nachgehen?

Mein Rat an dich lautet daher: „Schau bei deinen weiteren Schritten im Leben immer auch darauf, was du wirklich willst. Deine Leidenschaft sollte dabei eine genauso wichtige Rolle spielen, wie deine Werte.“ Wenn du gerne viel Freizeit mit deiner Familie verbringen willst, dann kann dir ein beruflicher Aufstieg durchaus einen Strich durch die Rechnung machen. Solche möglichen Konsequenzen, solltest du bei deiner Planung auf alle Fälle beachten.

Im Endeffekt ist es so, dass keiner der Abschlüsse der Bessere ist. Es gibt nur den richtigen oder falschen Weg für dich. Es gibt Ziele, da ist der Techniker einfach besser. Andere Ziele brauchen wiederrum ein Studium. Außerdem solltest du dich fragen, ob du so lange lernen kannst. Es sind bei beiden Abschlüssen viele Jahre und das liegt nicht jedem von uns.

Weiterbildung ist wichtig, ja, aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Du kannst beispielsweise auch fachlich und persönlich auf dem Laufenden bleiben und musst nicht unbedingt einen umfangreichen Abschluss erwerben, wenn du kein Ziel damit verbindest. Es gibt dazu viele gute Anpassungsweiterbildungen die du nutzen kannst. Willst du allerdings mehr erreichen und Karriere machen, dann ist ein Technikerabschluss, ein Studium oder auch eine Aufstiegsfortbildung zum Meister durchaus anzuraten.


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14 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ein wesentlicher Punkt wurde nicht genannt:
    Das Studium ist viel schwerer als der Techniker.
    Den Techniker schaffen viele -fast alle-, im Grundstudium allerdings wird beinhart ausgesiebt, dagegen ist die Meister/Techniker-Schiene doch ziemlich übersichtlich vom Schwierigkeitsgrad.
    Vom daher ist es völlig gerechtfertigt, dass ein Ingenieur sowohl höher einsteigt, alsauch bei weitem bessere Aufstiegschancen hat.
    Vorallem in größeren Betrieben sind Techniker mit Personalverantwortung sehr selten…
    Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben, “Chef” sein ohne Studium gibts da praktisch nicht.
    Der Qualifikationsrahmen interessiert im beruflichen Alltag niemanden.
    Er ist letztlich eine Streicheleinheit für alle Meister aber vorallem Techniker bzw. solche, die sich oft mit dem Ingenieur vergleichen wollen, es aber eben nicht sind.
    Die Rechnung ist auch für die Katz weil man nicht einfach Jahre gegen Jahre gegenrechnen kann.
    Die Jahre im Studium bedeuten viel mehr Stoff und Arbeit, als es bei jeder Aus- oder Weiterbildung im gleichen Zeitraum abverlangt wird.
    Ich habe selbst eine Ausbildung und kenne einige Meister und Techniker, auch als ehemalige Kommilitonen und habe schon hier und da mal ein bisschen (Nach)Hilfe für angehende Techniker geboten.
    Da gibt es durchaus Sachen, die sich ähnlich anhören aber vom Niveau bzw. dem Tiefgang stiefmütterlich sind gegen das, was im Studium auf einen wartet.
    Nicht wenige Sachen werden auch garnicht gelehrt, von denen hat ein Techniker noch nie etwas gehört.
    Der Grundtenor nach solchen Vergleichen ist eindeutig: das Studium ist eine andere Welt.

    Antworten
  • Ich kann nur jedem mit einer Ausbildung zur Weiterbildung zum Techniker raten… Habe selbst 3.5 Ausbildung, 3.5 Jahre berufsbegleitend den Handwerksmeister gemacht und anschließend Mechatronik studiert .. Bis auf Mathe was natürlich hardcore war, war das Studium nicht soviel schwerer als der Meister klar schon am anfang aber danach ging es der Meister hatte es dennoch insich 35 Prozent durschfallqoute darunter waren auch Abiturienten man kann die Weiterbildung mit dem Studium halt schlecht vergleichen beides war schwer aber aufjedenfall machbar.. Mich wundert sowieso das leute die Elektro oder Maschinenbau studiert haben zum Teil Personal Verantwortung haben oder als Einkäufer tätig sind klar man kann alles lernen aber von der reinen Ausbildung ist der Meister und auch der Techniker kaufmännisch und von der Personalverantwortung deutlich besser ausgebildet…. Ich würde jedem empfehlen der eine Ausbildung hat und sich selbstständig machen möchte den Handwerksmeister zu machen da
    er in Betriebsfuhrung etc. deutlich besser aufgestellt ist als der Techniker auch wenn jetzt die Techniker alle schreien der Techniker ist schwerer als der Meister was ich nicht beurteilen kann aber dennoch sehr schwer fällt zu glauben wenn man durschfallqoute vom Techniker nimmt die wohl wirklich fast bei 0 Prozent liegt… Und Leute die im Angestellten Verhältnis oder in der Entwicklung arbeiten den Techniker machen. Die Abiturienten direkt studieren weil die Ausbildung mit der Weiterbildung zu viel Zeit in Anspruch nimmt und wenn mann schon 3 Jahre länger zur Schule gegangen ist kann man ja direkt studieren..Bin selbst in der Entwicklung tätig und bei uns sind Techniker die das gleiche machen wie die ingenieure und auch das gleiche verdienen von da her hätte sich allein schon vom Zeitaufwand ein Techniker finanziell eher gelohnt als 3.5 Jahre Meister und nochmal 4.5 Jahre Studium…

    Antworten
  • joseph bierman
    16. Juli 2019 22:56

    hallo ich bin techniker mein technikerstudium war viel schwerer als ein ingenieurstudium an einer universität wo man nix praktisches lernt weil wir haben beides gelernt theorie und praxis

    Antworten
    • Josef Altmann
      20. Juli 2019 18:31

      Hallo Joseph,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Dass eine Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker
      schwerer ist als ein Ingenieurstudium, kann ich nicht glauben. Sicherlich bekommt man
      den Abschluss beim Techniker nicht geschenkt. Jedoch ist das auch beim Studium der Fall
      Ein Bachelorstudium braucht in der Regel mindestens 180 Credits.

      Ein Credit sind ca. 30 Stunden Lernzeit. Beim Techniker sind es 2400 Stunden, die für den Abschluss
      aufgebracht werden. Die Stundenzahl ist also beim Bachelor mehr und hier haben
      wir noch nicht über den Master geschrieben, den vielen im Anschluss an den Bachelor machen.

      Auch bezüglich der Praxis und der Theorie ist der Techniker nicht alleine wegen der Fortbildung
      im Vorteil. Ja, ein Techniker hat in der Regel Aufgrund einer Ausbildung und der geforderten
      Berufserfahrung mehr Praxiserfahrung und Praxiswissen. Das ist aber nicht immer so und hängt von weiteren Faktoren ab.

      Ich kann nur immer wieder sagen, dass keiner der Wege schlechter oder besser ist. Wir brauchen
      beide Möglichkeiten. In Deutschland hat sich über viele Jahre ein Aus- und Fortbildungssystem
      neben dem akademischen Weg entwicklelt. Das finde ich einen großen Vorteil und ist sicherlich
      ein wichtiger Grund für die wirtschtliche Stärke unseres Landes.

      Viele Grüße
      Josef Altmann

      Antworten
  • Ich bin Techniker mit vielen Jahren Erfahrung in der Entwicklung. Ich arbeite mit Ingenieuren zusammen, habe aber auch viel mit Studenten und Azubis zu tun.

    Der Ingenieur und der Techniker können sich absolut auf Augenhöhe begegnen. Denn beide Ausbildungen sind gleichwertig, aber nicht gleichartig. Ich versuchen das hier etwas zu erläutern.

    Ausbildungsdauer:

    Techniker:
    3 1/2 Jahre Ausbildung
    Min. 1 Jahr Berufspraxis
    2 Jahre Technikerschule

    Dauer der Ausbildung also min. 6 1/2 Jahre. Das vermittelte Wissen beruht auf sehr hohen praktischen + hohen theoretischen Inhalten

    Ingenieur:

    3 1/2 Jahre Bachelorstudium
    + 2 Jahre zum Masterstudium

    Also insgesamt 5 1/2 Jahre.
    Das vermittelte Wissen beruht auf sehr hohen theoretischen + eher geringen praktischen Inhalten.

    Der zeitliche Aufwand ist beim Techniker sogar höher, als der beim Masterabschluss.

    Der Techniker ist sehr praxisorientiert ausgebildet. Der Ingenieur sehr theoretisch. Beides hat seine Vor- und Nachteile. In einer Entwicklungsabteilung ergänzt sich beides ganz gut.

    Ein Studium ist vom Stoff her sicher schwieriger als die beim Techniker. Aber Theorie ist immer schwieriger als die Praxis. Nur hat das nichts mit der Qualität oder der Frage, welche Ausbildung ist die höherwertige zu tun.

    Tatsache ist das während des Studiums viel Wissen vermittelt wird, das sich später in der Praxis nicht verwendet lässt. Der Techniker aber viel von seiner praktischen Ausbildung/Wissen einfließen lassen kann.

    Kurz gesagt:

    Der Ingenieur hat ein hohes theoretisches Wissen und bei Aufgaben/Problemstellungen eine wissenschaftlich orientierte herangehensweise.

    Der Techniker hat ein hohes praktisches Wissen und daher bei Aufgaben/Problemstellungen eine praxisorientierte herangehensweise.

    Antworten
  • Ergänzend muss ich dazu sagen. Es wird hier immer das Argument verwendet, das im Studium sehr viel mehr Theorie und tiefer der Wissensmaterie vermittelt wird, das der Techniker nicht hat. Das mag so sein. Dafür hat der Techniker durch seine Ausbildung ein sehr großes Praktisches Wissen das im Studium nicht ansatzweise vermittelt wird.

    Antworten
  • Ich interessiere mich sehr für Studiengänge im Bereich Engineering. Interessant ist, dass wie Sie erwähnen ebenfalls eine Ausbildung zu dieser Berufsbezeichnung führt. Ich nahm stets an, dass sich ausschließlich abgeschlossene Akademiker so nennen dürften. Daher wäge ich wohl ebenfalls eine Ausbildung ab, da ich mich ohnehin anschließend gerne selbständig machen wollen würde. Vielen Dank! https://www.tech-solute.de/engineering

    Antworten
  • Ein Punkt in diesem Vergleich fehlt mir absolut. Nirgends wird der Unterschied aufgeführt, ob man sein Ingenieurstudium an einer UNI (6 Sem.) oder Fachhochschule (7 Sem.) gemacht hat.

    Viele Studenten an einer Fachhochschule haben zuvor eine Ausbildung gemacht und haben evtl. noch eine Zeit in ihrem Ausbildungsberuf gearbeitet. Daher zählt aus meiner Sicht, der praxisorientierte Vorteil eines Technikers im Vergleich zu einem Ingenieurstudium an einer Fachhochschule nicht.
    Zudem sind Fachhochschulen sehr nahe an der Industrie. Das Studium ist gespickt
    mit Praktika und ebenfalls muss ein Praxissemester absolviert werden.

    Man könnte die Rechnung von Peter für ein Ingenieurstudium auch so aufziehen.

    3,5 Jahre Ausbildung
    + x Jahre Berufserfahrung
    + 1-2 Jahr/e BOS
    + 3,5 Jahre Bachelorstudium
    + 1,5 Jahre Masterstudium
    = 9,5 – 10,5 Jahre

    Mir platzt der Kragen, wenn ich daran denke, dass sich Techniker/innen direkt für den Master bewerben könnten. Soll ja gleichwertig sein. Warum nicht gleich direkt zur Promotion?
    Ich denke, an mein Bachelorstudium bei dem in den ersten Semestern erbarmungslos gesiebt wurde und ca. nur 1/3 des Jahrgangs den Abschluss wirklich gemacht hat.

    Die Technikerausbildung ist sicher schwer und hat ihre Daseinsberechtigung, aber vergleichbar ist sie aus meiner Sicht nicht.

    Antworten
    • Hallo Sascha,

      vielen Dank für den Kommentar. Ein Abschluss wie der Bachelor, Master oder staatlich geprüfter Techniker, ist immer nur ein Teil eines Kometenzprofils. Bezüglich des Qualifikationsrahmens sind Techniker und Bachelor gleichwertig. Doch gibt es sicherlich einige schlechte und viele herausrangende Bachelor und einige schlechte oder eben herausragende Techniker. Ein Vergleich in einem Blogartikel kann also immer nur tendenziell betrachtet werden. Wenn man sowas genau betrachten möchte, dann müsste man immer jeweils verschiedene Personen gegenüberstellen. Ob dann immer ein Bachelor für die geforderte Aufgabe besser geeignet ist, mag ich bezweifeln. Wie bereits erwähnt gibt es sowohl bei den Techniker als auch bei den Akademikern herforagende Leute und schlechte Leute.

      Den Ärger kann ich verstehen. Natürlich muss man sich während des Studiums anstrengen. Aber das ist ja bei einer Ausbildung und der Fortbildung zum Techniker nicht anders.

      Antworten
      • Hallo Josef,

        vielen Dank für deine Antwort. Das ist richtig. Nach dem Qualifikationsrahmen sind beide Abschlüsse gleich eingestuft. Ich behaupte auch nicht, dass jeder Bachelorabsolvent einem Techniker vorzuziehen ist oder besser geeignet ist.

        Dennoch vergleichst du ja die Ausbildungen und eine Techniker-Qualifikation ist meist ‘nur’ die Voraussetzung für ein Bachelorstudium.

        “Der Bachelor ist auch eine der Zugangsvoraussetzungen für ein Masterstudiengang, eine Techniker-Qualifikation reicht dafür in der Regel nicht aus – trotz des schon erwähnten gleichen Niveaus im Qualifikationsrahmen. Wer einen Masterabschluss in einer Ingenieurswissenschaft anstrebt, der kommt um den Bachelor nicht herum. …”
        Quelle: https://www.techniker-forum.de/nach-dem-techniker-studieren

        Wie kann es dann gleich sein aber eigentlich auch nicht?

        Antworten
        • Es gibt auch Möglichkeiten ohne einen ersten Bachelorabschluss einen Master zu machen. Beispielsweise bietet die Euro-FH sowas an. Aber darum geht es nicht. Es geht beim Vergleich um die Gleichwertigkeit und eben nicht um die Gleichartigkeit. Schauen wir uns dazu das Aufstiegs-System im Handwerk an. Hier ist der Meister auf Bachelor-Niveau und der Betriebswirt auf Master-Niveau. Jetzt könnte man sagen, dass das eine Frechheit ist, weil das nicht zutrifft. Ich sage doch. Weil im Handwerk ist es so, dass ein Meister und wenn dieser dann noch den Betriebswirt hat, völlig ausreicht um einen Betrieb zu führen. Ein akademischer Abschluss würde in den meisten Fällen nichts oder kaum was bringen – zumindest in der Regel. Es gibt hier aber keine höheren Stellen als den Inhaber/Geschäftsführer. Verstehst du was ich meine?

          Genau so verhält es sich für mich auch beim Techniker und akademischen Bachelor. Beide habe zwar ähnliche Aufgaben für die sie ausgebildet werden, aber doch auch etwas unterschiedliche Ziele. Natürlich kann ein Techniker mit Erfahrung auch auf Stellen kommen, bei denen Bachelor zu finden sind. Doch braucht es dafür oft viel mehr Zeit wie mit einem Studium. Dazu kann man sich am besten einfach mal den IG-Metall Tarifrahmen anschauen. Techniker, Meister und Co. liegen in der Regel ein bis zwei Gehaltsstufen unter den akademischen Abschlüssen – beim Berufseinstieg. Das heißt aber nicht, dass diese nicht gleichwertig sind. Denn wenn ein Facharbeiter, Meister oder Techniker weniger wert ist als ein Bachelor oder Master, dann versuch mal die Leute auszutauschen. Das kann, wird aber oft nicht funktionieren. Denn wir brauchen sowohl praktisch qualifizierte Menschen als auch die eher theoretischen Akademiker. Genau aus diesem Grunde wurde das System geschaffen um zu zeigen, dass berufliche und akademische Abschlüsse gleichwertig sind oder zumindest sein können.

          Antworten
          • Dein erster Punkt leuchtet absolut ein und kann ich auch nachvollziehen.

            Aber welches Ziel hat denn dann der Techniker im Bezug zum Ingenieur?
            Irgendwann mal Stellen zu erreichen, die auch ein Bachelor macht?
            Und natürlich ist alles “gleichwertig”. Jeder Mitarbeiter in einer Firma ist wichtig. Sonst wäre er ja nicht da.
            Man versucht hier durch die Begrifflichkeit, etwas zu schaffen, dass in der Realität nicht existiert. (Nur meine Meinung)

            Ich denke ja, dass jeder erfahrene Meister einen Ingenieur sowie Techniker bei der Fertigung/Produktion in den Schatten stellt.

            Lassen wir es sein. Ich denke, wir kommen da auf keinen grünen Zweig. Evtl. reden wir auch einfach nur aneinander vorbei.
            Ich danke dir für die interessante Diskussion.

            Viele Grüße,

            Sascha

  • Von Sascha :
    (Die Technikerausbildung ist sicher schwer und hat ihre Daseinsberechtigung, aber vergleichbar ist sie aus meiner Sicht nicht.)

    @Sascha:

    Doch die Technikerausbildung und der Einsatz eines Technikers ist vergleichbar.

    Von Sascha:
    (Man könnte die Rechnung von Peter für ein Ingenieurstudium auch so aufziehen.)

    3,5 Jahre Ausbildung
    + x Jahre Berufserfahrung
    + 1-2 Jahr/e BOS
    + 3,5 Jahre Bachelorstudium
    + 1,5 Jahre Masterstudium
    = 9,5 – 10,5 Jahre

    @Sascha:
    Meine Aufstellung ist kein Vergleich für ein Studium, sondern eine Aufstellung der Ausbildungsjahre bzw. Zeitaufwand der für ein Techniker benötigt wird, im Vergleich der Studiumsdauer eine Ingenieurs.

    Von Sascha:
    (Ich denke, an mein Bachelorstudium bei dem in den ersten Semestern erbarmungslos gesiebt wurde und ca. nur 1/3 des Jahrgangs den Abschluss wirklich gemacht hat.)

    @Sascha:
    Das erbarmunglose aussieben im Studium hat wenig damit zu tun welche Kompetenz ein Ingenieur nach seinem Studium hat.

    Von Sscha:
    (Aber welches Ziel hat denn dann der Techniker im Bezug zum Ingenieur?
    Irgendwann mal Stellen zu erreichen, die auch ein Bachelor macht?)

    @Sascha:
    Der Techniker hat nicht das Ziel irgendwann die Stellen eines Bachelor/Ingenieur zu erreichen, sondern wird dafür ausgebildet. D.h. nach der Ausbildung ist der Techniker dafür befähigt.

    Die wirtschaftliche und industrielle Stärke von Deutschland beruht nicht alleine auf dem akademischen Studium. Ich denke nicht das diese besser ist als in anderen industrialisierten Ländern. Der große Vorteil liegt an der beruflichen Bildung, diese gibt es so nur in Deutschland (evtl. noch ähnliche Systeme in einigen wenigen anderen Ländern).

    Beide Systeme haben ihre Berechtigung, sicherlich auch Vorteile und Nachteile. Aber gerade die Mischung beider Systeme, ist das was aus Deustchland einen starken Wirtschaftsstandort macht.

    Antworten
  • Hallo Peter,

    danke für deinen Beitrag.

    Du siehst es anders als ich? Ist für mich i. O.
    Die einen sagen so, die anderen so.

    Zum Abschluss meiner Kommentare lasse ich euch folgenden Artikel da.
    https://www.ingenieur.de/karriere/bildung/weiterbildung/das-vertrauen-in-techniker-schwindet/

    Viele Grüße,

    Sascha

    Antworten

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