Wirksame Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

wirksamen Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Es gibt Branchen, wie den IT-Bereich oder die Pflege, wo ein riesiges Problem auf viele Unternehmen zukommt. Sie würden Aufträge bekommen, können aber nicht alles annehmen, weil die Fachkräfte nicht zur Verfügung stehen. Dieses Phänomen wird in Zukunft sicherlich nicht besser, sondern eher schlechter. Vor allem kleinere Unternehmen haben gegenüber Konzernen das Nachsehen. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, wie es Firmen schaffen können, ihren Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten. Du findest in diesem Artikel wirksame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.

Employer Branding – als attraktiver Arbeitgeber präsentieren

Viele Unternehmen stecken mit Recht Unmengen an Ressourcen in die Kundengewinnung. Doch wenden sie wenige lieblose Ressourcen auf, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Da werden Stellenanzeigen nur von der Konkurrenz kopiert und auch bei der Selbstdarstellung an sich, wird nicht mehr als nötig gemacht. Ein entscheidender Baustein kann es sein, Employer Branding zu betreiben. Die Definition von Employer Branding ist:

„Employer Branding ist die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber. Kern des Employer Brandings ist immer eine die Unternehmensmarke spezifizierende oder adaptierende Arbeitgebermarkenstrategie. Entwicklung, Umsetzung und Messung dieser Strategie zielen unmittelbar auf die nachhaltige Optimierung von Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, Leistungsbereitschaft und Unternehmenskultur sowie die Verbesserung des Unternehmensimages. Mittelbar steigert Employer Branding außerdem Geschäftsergebnis sowie Markenwert.“

Definitionsquelle: Wikipedia (03.05.2017)

Das heißt wiederrum, dass du als Unternehmer oder Personaler unbedingt darauf schauen musst, dass dein Unternehmen für Fachkräfte attraktiver wird. Das kannst du heute ganz gut über soziale Netzwerke wie Facebook, Xing, Twitter oder auch Instagram machen. Dazu gibt es viele Beispiele, die dir als Vorbild dienen können. Als Weiteres macht es natürlich Sinn, Kontakte zu Schulen zu pflegen, Jobmessen zu besuchen usw. Je mehr du dein Unternehmen nicht nur für Kunden, sondern auch für Fachkräfte positiv in die Öffentlichkeit rückt, desto besser wirst du auch den Fachkräftemangel in deinem Unternehmen entgegentreten.

Corporate Identity – achte auf ein einheitliches Erscheinungsbild

Wenn du den ersten Punkt, das Employer Branding, für dein Unternehmen nutzt, gehst du bereits einen wichtigen Schritt hin zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Dabei solltest du aber wie auch bei Kunden einheitlich auftreten. Schau darauf, dass du nicht unterschiedliche Ansichten auf verschiedenen Kanälen vertrittst, die sich gegenseitig nicht vereinen lassen. Nutze dabei auch, genau wie bei der Werbung einheitliche Designs, eine einheitliche Sprache usw. Je glaubwürdiger dein Unternehmen ankommt, desto besser ist das.

Was du in den sozialen Netzwerken auch beachten musst ist, dass du keine Einbahnkommunikation betreibst. Wenn dich Interessenten was fragen, dann antworte auch schnell, kompetent und höflich. Was ebenfalls von entscheidender Bedeutung ist, ist, dass du nicht darauf hoffst, mit einer einmaligen Aktion deine Probleme zu lösen. Es verhält sich genauso wie bei der Werbung. Es wirkt erst, wenn du es regelmäßig machst.

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Behandle deine bestehenden Mitarbeiter gut

Es gibt Unternehmen, die sind mit ihren Mitarbeitern regelmäßig vor Gericht. Um qualifizierte Fachkräfte zu bekommen, ist es keine gute Idee seine Mitarbeiter schlecht zu behandeln. Das heißt nicht, dass du keine Kritik üben darfst oder Leistung fordern kannst. Das heißt nur, dass es sich bei deinen Mitarbeitern um Menschen handelt, die mit Respekt behandelt werden sollten. Vergiss nicht, dass unzufriedene Mitarbeiter ihren Unmut auch weitergeben. Das heißt sie reden mit Freunden und Bekannten und zerstören so den Ruf deines Unternehmens als guten Arbeitgeber. Um gute bis sehr gute Fachkräfte zu bekommen, ist der Ruf aber sehr wichtig, weil sich viele Fachkräfte ihren Arbeitgeber heute aussuchen können. Wer will schon zu einem Unternehmen, in diesem es keine Wertschätzung für die Mitarbeit gibt.

Zum guten Behandeln gehört es auch, dass Mitarbeiter in Entscheidungen eingebunden werden, ihnen Verantwortung übertragen wird und sie nicht überfordert werden. Das ist zugegebenermaßen nicht ganz so einfach, aber durch eine gute wertschätzende Kommunikation möglich. Du siehst, Employer Branding geschieht nicht nur außerhalb des Betriebes, sondern beginnt im Unternehmen.

Ausbilden heißt Fachkräftemangel besiegen

Es gibt nicht wenige Unternehmen, die verlassen sich beim Thema Ausbildung ausschließlich auf andere Firmen. Sie hoffen gute Mitarbeiter von diesen Betrieben abziehen zu können und sich die Kosten zu sparen. Wenn ein Ausbildungsbetrieb eine wertschätzende Kultur hat und seine Mitarbeiter fair bezahlt, dann wird das aber nicht so einfach sein. Das heißt, dass die Ausbildung im eigenen Unternehmen ein entscheidender Faktor ist, um Fachkräfte zu bekommen. Wenn ich hier von Ausbildung schreibe, dann meine ich natürlich nicht nur die Berufsausbildung damit, sondern auch Angebote wie Werksstudium, duales Studium, Praktika etc.

Du siehst, dass es viele Möglichkeiten gibt, bereits in einem frühen Studium, wenn die Fachkräfte noch gar keine sind, wirksame Maßnahmen zu unternehmen.

Flexible Arbeitszeiten als Erfolgsmodell

Es gibt durchaus Unternehmen, die jammern sehr stark über den Fachkräftemangel. Doch übersehen sie oft einfachste Chancen diesen zu besiegen. Ein weiterer wertvoller Baustein gegen den Fachkräftemangel, können flexible Arbeitszeitmodelle sein. So könnten doch auch zwei Teilzeitmitarbeiter eingestellt werden um einen Vollzeitmitarbeiter zu ersetzen. Oder es könnten in bestimmten Bereichen Möglichkeiten zum Homeoffice angeboten werden.

Durch flexible Arbeitszeiten können auch Fachkräfte generiert werden, die Aufgrund von starren Arbeitszeiten keinen Job bekommen würden. Dazu zählen beispielsweise Mütter und Väter, die sich um Kinder kümmern müssen. Auch jene die Verwandte pflegen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht so viel arbeiten können, könnten so sinnvoll ins Unternehmen integriert werden. Es gibt auch heute noch Arbeitgeber, die dieses wichtige Mittel gegen den Fachkräftemangel nicht in Betracht ziehen. Eigentlich schade, weil so viele Möglichkeiten brachliegen.

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Eine faire Bezahlung der Mitarbeiter

Geld sollte im Leben nicht die größte Rolle spielen. Das habe ich in meinem Leben bisher gelernt. Dennoch brauchen wir alle Geld zum Leben und wenn wir schon arbeiten, wollen wir auch fair bezahlt werden. Studien ergeben immer wieder, dass zwar das Arbeitsklima im Betrieb usw. eine viel größere Rolle spielen, aber dennoch ein gutes Einkommen auch immer vorne dabei ist. Das heißt, dass eine faire Bezahlung seiner Mitarbeiter durchaus ein entscheidender Faktor ist, um Fachkräfte zu generieren. Denn wer will schon umsonst arbeiten, wenn es beim Nachbarbetrieb auch ein wertschätzendes Gehalt gibt.

Junge Menschen mögen moderne Unternehmen

Einen weiteren Punkt, den ich für wichtig halte um den Fachkräftemangel wirkungsvoll zu besiegen, ist die Art wie ein Unternehmen auftritt. Wenn du noch mit alten DOS-PCs arbeitest oder anstatt mit einem Akkuschrauber nur mit Schraubendrehern im Handwerksbetrieb arbeitest, brauchst du dich nicht wundern, wenn Fachkräfte ausbleiben.

Für mich ist es daher auch ein wichtiger Faktor, dass du als modernes Unternehmen auftrittst. Das muss nicht immer Unsummen kosten. Durch Leasing und Co. sollte es gut möglich sein, das eigene Unternehmen wenigstens einigermaßen modern zu halten.

Mit modern meine ich aber nicht nur die Werkzeuge und das Arbeitsmaterial. Ich meine damit auch die Art wie du auftrittst. Wenn du mit deinem Unternehmen auftrittst, als seist du aus dem letzten Jahrhundert, brauchst du dich nicht wundern, wenn keine gute Fachkraft in deinem Unternehmen arbeiten möchte.

Mitarbeitern Verantwortung übertragen

Wer im Vertrieb tätig war oder noch ist, hat gelernt, dass es nicht klug ist Kunden zu bevormunden. Das kann nicht nur für Kunden im Vertrieb angewendet werden, sondern auch bei Mitarbeitern sinnvoll sein. Wenn du deine Mitarbeiter in Entscheidungen miteinbindest und ihnen Verantwortung für ihr Tun gibst, dann werden sie auch eifriger arbeiten.

Es ist eben nicht immer nur das Geld das Menschen antreibt. Viele brauchen einen Sinn in den Dingen die sie machen. Wie soll jemand einen Sinn in einer Arbeit finden, wenn diese Person nicht weiß warum und wofür? Wenn dann darüber hinaus noch kein Vertrauen da ist, dann wird es schwierig Fachkräfte zu binden.

Passende Stellenanzeigen bringen Mitarbeiter ins Unternehmen

Es wird gemunkelt, dass viele Arbeitgeber ihre Stellenanzeigen, die sie im Netz und Zeitungen verbreiten, nur von der Konkurrenz kopieren und etwas abändern. Da wird dann jemand gesucht, der im Unternehmen so nicht gebraucht wird. Das ist natürlich fatal. Was du da tun kannst? Nun, wenn du Führungskraft bist, dann solltest du Stellenanzeigen welche die Personalabteilung schaltet, kontrollieren ob das passt. Wenn du die Anzeigen schreibst, dann solltest du dich vorher unbedingt fragen, was du brauchst. Je besser du weißt, was du für dein Unternehmen brauchst, desto besser wirst du auch einen Fachkräftemangel besiegen können.

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Was du außerdem unbedingt machen solltest ist, dass du deine Anzeigen bzw. dein gesamtes Bewerbungsverfahren trackst. Das heißt du solltest während und auch nach der Bewerbungsphase immer wieder messen und prüfen, ob deine Anzeige erfolgreich war oder nicht. Es ist doch wichtig, ob sich die Investition gelohnt hat oder nicht. Das bekommst du nur raus, wenn du ein effizientes Tracking zur Personalgewinnung einbaust.

Nach eine solchen Tracking weißt du dann mehr. Du erfährst daraus:

  • haben sich die richtigen Kandidaten gemeldet?
  • Welche Anzeige war erfolgreich und welche nicht?
  • hat die Anzeige zu meiner Zielgruppe gepasst?
  • wie kann ich meine Anzeigen in Zukunft besser machen?

Soziale Netzwerke nutzen gegen den Fachkräftemangel

Soziale Netzwerke wie Xing oder Linkedin sind für viele Unternehmen ein hervorragendes Mittel um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Leider sind es vor allem die kleineren Unternehmen, die den größten Bedarf haben und dort kaum oder nicht vertreten sind.

Wenn du nur dein Profil reinstellst und wartest, dann wird dir das nichts bringen. Du solltest aktiv werden. Du brauchst am besten nicht nur ein Personenprofil, sondern auch ein Unternehmensprofil. Außerdem gibt es Gruppen, die sich für deine Suche anbieten. All diese Möglichkeiten kannst du, fast kostenlos nutzen. Neben Xing und Facebook, gibt es da auch noch Linkedin und selbst Twitter oder Videoplattformen haben schon neue interessante Mitarbeiter für Unternehmen gebracht.

Du siehst hier schon wieder, wie wichtig es ist, dass du die Mitarbeitersuche ernst nimmst. Dein Fachkräftemangel wird nicht von alleine verschwinden, oder? Genau dafür sind das Internet und vor allem die sozialen Netzwerke hervorragend geeignet.

FAZIT: Es gibt so viele Möglichkeiten, um den Fachkräftemangel effektiv anzugehen. Auch für kleinere Unternehmen ist das möglich. Selbst wenn sie nicht mit so hohen Gehältern locken können, haben sie andere Stärken bzw. können diese haben, wenn sie den wollen. Wenn du als Unternehmer oder Personaler die hier vorgestellten Tipps beherzigst, dann wirst du auch weniger Probleme haben die richtigen Fachkräfte zu bekommen.

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