Karriere als Einzelhandelskauffrau

In Zeiten, wo viele das Internet für Ihren Einkauf nutzen, hat es der Einzelhandel nicht leicht. Es gilt sich gegenüber der Konkurrenz im Internet zu behaupten. Aus meiner Sicht sind hierfür die Mitarbeiter eine wichtige Säule. Denn wenn Kunden nicht gut beraten werden, dann lohnt sich der Gang ins Geschäft nicht.

Wenn Unternehmen eine gute Beratung und Freundlichkeit jedoch als Chance sehen, dann kann auch im Einzelhandel gutes Geld verdient werden. Ein wichtiger Baustein für den Erfolg sind in jedem Fall gut qualifizierte Mitarbeiter. Hauptsächlich handelt es sich bei diesen Mitarbeitern um Einzelhandelskauffrauen bzw. Einzelhandelsmänner.

Mit diesem Artikel möchte ich mich an Personen wenden, die Interesse daran haben. Ich stelle dir interessante Karrieremöglichkeiten durch eine kaufmännische Ausbildung als Einzelhandelskauffrau bzw. Einzelhandelskaufmann vor.

Aufgaben einer Einzelhandelskauffrau

 Als Einzelhandelskauffrau bist du, wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, im Einzelhandel tätig. Du arbeitest beispielsweise in einem Supermarkt oder beim Discounter. Als Einzelhandelskauffrau bzw. Einzelhandelskaufmann kannst du aber auch in anderen Geschäften tätig sein. Du bist dabei nicht auf den Bereich Lebensmittel festgelegt.

In diesem Beruf arbeiten viele beispielsweise auch in Modeläden, in Elektrofachmärkten etc. Dabei ist das mögliche Aufgabenspektrum groß. Du wirst oft an der Kasse sitzen und dort die typischen Aufgaben machen. Es gehört aber auch das Einräumen von Waren in Regale und die Preisauszeichnung dazu.

Als Einzelhandelskauffrau lernst du auch den Einkauf von Waren kennen und bist für die Warenannahme zuständig. Du siehst schon, dass es sich bei diesem Ausbildungsberuf um einen sehr abwechslungsreichen Beruf handelt.

Was auch zu deinen Aufgaben gehört ist die optimale Präsentation der Waren im Geschäft. Du kümmerst dich dabei beispielsweise um die Schaufenster oder um die Verkaufsräume. Bei all deiner Arbeit ist wichtig, dass du im kundenorientiert handelst.

Eine gute Kauffrau im Einzelhandel bzw. ein guter Kaufmann im Einzelhandel ist immer freundlich, weiß über das Produktsortiment bescheid und ist aber auch nie aufdringlich. Deine wichtigste Aufgabe ist es, dass sich die Kunden wohl fühlen und gerne wiederkommen.

Aufgabenbereich einer Einzelhandelskauffrau zusammengefasst:

  • Verkaufen von Konsumgütern wie Bekleidung, Elektronik, Lebensmittel, Möbel etc.
  • Einkauf – Planung, Recherche, Durchführung
  • Lieferungen nannehmen
  • Kontrolle der Lieferung auf Qualität und Quantität
  • Auszeichnung der Ware
  • fachgerechte Lagerung der Ware – besonders bei Lebensmittel sehr wichtig
  • Auffüllen von Regalen und anderen Präsentationsplätzen
  • Umsetzung einer ansprechenden Schaufensterpräsentation
  • Umsetzung von werbe- und verkaufsfördernden Maßnahmen
  • Das Betreuen von Onlinehandel kann auch zum Aufgabenbereich gehören
  • kassieren
  • Kunden betreuen und beraten
  • Verwaltungs- und Organisationstätigkeiten

Die Berufsausbildung

Beim Bereich Einzelhandelskauffrau bzw. Einzelhandelskaufmann handelt es sich um einen Ausbildungsberuf. Dieser findet in der Regel im dualen System statt. Das heißt es wechseln sich Berufsschule und berufspraktische Phasen in einem Ausbildungsbetrieb ab. Im Betrieb lernt der bzw. die Auszubildende eher die praktische Seite des Berufs kennen.

In der Berufsschule geht es um die Theorie im Beruf. Um als Kauffrau für Einzelhandel erfolgreich zu sein braucht es sowohl die Theorie als auch die Praxis.

Die Ausbildung selber dauert 3 Jahre und schließt mit einem Facharbeiterbrief vor der IHK und einem Berufsschulzeugnis ab.

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Neben einer Ausbildung im dualen System gibt es auch Berufsfachschulen, die diese Ausbildung in schulischer Form anbieten. Hier findet der Hauptteil in der Schule statt. Anstatt einem Ausbildungsbetrieb gehören mehrere Wochen Praktikum zur Ausbildung. Dieser Form wird oft genutzt, wenn es sich um eine Umschulung zur Einzelhandelskauffrau bzw. zum Einzelhandelskaufmann handelt.

Um die Ausbildung machen zu können braucht es keinen formalen Bildungsstand. Du kannst auch ohne Schulabschluss eine Berufsausbildung machen. Dies ist jedoch eher die Theorie. Denn ob du eine Ausbildung machen kannst, hängt davon ab, dass du einen Ausbildungsbetrieb bekommst. Diese verlangen in der Regel schon einen Schulabschluss. Im Idealfall hast du mindestens einen mittleren Bildungsabschluss.

Sollte dein Schulabschluss eher schlecht sein, kannst du versuchen einen höheren besseren Abschluss nachzuholen. Was außerdem zielführend sein kann, ist ein Praktikum. Wenn du dabei zeigst, dass du arbeiten willst und den Beruf erlernen magst, gibt es sicherlich Möglichkeiten für dich.

Karriere als Einzelhandelskauffrau

Nicht wenige Einzelhandelskauffrauen und Einzelhandelsmänner möchten in Ihrer Karriere nicht stehen bleiben. Die gute Nachricht ist, dass du mit diesem Ausbildungsberuf sehr gute Karrierechancen hast.

Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass du etwas für deinen Erfolg tun willst. Eine Karriere ist in den seltensten Fällen Glück. Sie hängt u.a. von dir ab. Fleiß ist dabei aber nur ein Baustein. Es ist auch wichtig, dass du dich für deinen Bereich interessierst. Du musst zeigen, dass du für höhere Positionen geeignet bist. Da sind Engagement, Fleiß und Disziplin natürlich sehr wichtige Faktoren.

Weiterbildung ist dafür das A und O. Wenn du deine Karriere aktiv angehst, dann kannst du beispielsweise zum Filialleiter aufsteigen und darüber in größeren Unternehmen dann sogar zum Bezirksleiter etc.

Du kannst aber auch eine fachliche Laufbahn einschlagen und Abteilungsleiter werden oder du kannst in die Buchhaltung, die Personalabteilung oder den Einkauf gehen. Es gibt viele Möglichkeiten.

Am meisten Erfolg wirst du haben, wenn du schon frühzeitig weißt was du einmal machen möchtest. Dann kannst du deine Weiterbildungen usw. darauf aufbauen.

Mit einem beruflichen Aufstieg steigen dann in der Regel auch deine Einkommensmöglichkeiten.

Karriere mit Weiterbildung – Weiterbildungsmöglichkeiten

Als Einzelhandelskauffrau bzw. Einzelhandelskaufmann kannst du durch Anpassungsweiterbildungen auf dem Laufenden bleiben. Du kannst dadurch deine Wettbewerbsfähigkeit sichern. Du bist so sicherer in deinem Job. Wenn du einen neuen Job suchst, findest du gut gebildet leichter einen neuen.

Wenn du beruflich aufsteigen möchtest, braucht es in der Regel mehr. In so einem Fall ist in der Regel eine Aufstiegsfortbildung die optimale Möglichkeit. Eine Aufstiegsfortbildung baut auf einer Ausbildung mit anschließender Erfahrung auf. Du erwirbst mit dem Abschluss einer entsprechenden Fortbildung einen weiteren Bildungsabschluss.

Was es eine entsprechende Weiterbildung besonders interessant macht, sind die Fördermöglichkeiten. Du kannst dafür nämlich das sogenannte Aufstiegs-Bafög nutzen. Dadurch kannst du deine Fortbildungskosten staatlich fördern lassen. Dabei bekommst du einen Teil als zinsgünstiges Darlehen und den anderen Teil sogar als nichtrückzahlbaren Zuschuss.

Wenn du deine Fortbildung in Vollzeit machst, gibt es oft sogar Hilfe zum Lebensunterhalt.

Wenn du also beruflich aufsteigen möchtest, ist eine Aufstiegsfortbildung oft die beste Möglichkeit. Im Folgenden stelle ich dir deine Möglichkeiten vor.

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Weiterbildung per Fernstudium

–> Weiterbildung zum Fachwirt, Betriebswirt sowie viele weitere Möglichkeiten


Fortbildung zum Geprüften Handelsfachwirt IHK

Eine der beliebtesten Fortbildungen für Einzelkauflute ist die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Handelsfachwirt IHK. Mit dieser Qualifikation kannst du in attraktive Führungspositionen aufsteigen. Du kannst beispielsweise Bezirksleiter werden oder einfach nur so in den Außendienst wechseln.

Du kannst auch in den folgenden Bereichen Karriere machen:

  • im Einkauf
  • in der Personalabteilung
  • in der Logistik
  • etc.

Im Endeffekt hängt das Ganze von deinen Zielen ab. Die Fortbildung zum Fachwirt bietet dir nicht nur mehr Möglichkeiten als Fachkraft. Du kannst mit dieser Qualifikation auch zur Führungskraft aufsteigen.

Neben deiner Berufsausbildung brauchst du als Zulassungsvoraussetzung auch ein bis drei Jahre Berufserfahrung.

Das Einkommen als Handelsfachwirt liegt laut Gehalt.de zwischen etwa 2190 Euro und 3320 Euro brutto im Monat. Abhängig ist das Ganze nicht nur von deiner Ausbildung und deiner Fortbildung. Es spielen weitere Faktoren eine Rolle. So kommt es auf die Größe des Unternehmens, deine Erfahrung sowie weitere Faktoren an.

Nach deiner Fortbildung zum Handelsfachwirt, kannst du auch den Geprüften Betriebswirt IHK machen. Du kannst aber auch an einer Fachhochschule oder Universität studieren. Welchen weiteren Weg du gehst, hängt von deinen Zielen ab.

Das Niveau des Geprüften Handelsfachwirt IHK liegt auf der Stufe 6 des DQR und ist damit gleichwertig mit dem akademischen Bachelor-Abschluss.

Alternativ zum Wirtschaftsfachwirt

Alternativ zum Handelsfachwirt kannst du auch den Geprüften Wirtschaftsfachwirt IHK machen. Diese Weiterbildung befindet sich auf dem selben Niveau wie der Handelsfachwirt. Auch die finanziellen Aussichten sind identisch.

Im Gegensatz zum Handelsfachwirt ist dieser jedoch generalistischer. Das heißt der Wirtschaftsfachwirt konzentriert sich nicht auf einen Bereich wie den Handel, sondern hat allgemeine betriebswirtschaftliche Inhalte. Diesen kannst du dann machen, wenn du dein berufliches Ziel noch nicht genau kennst.

Wenn du dir nicht sicher bist, schau dir am besten die Inhalte bei deinem Bildungsträger an. Dann kannst du besser entscheiden, ob du diesen machen willst, oder doch eher den Handelsfachwirt.

Auch mit diesem Abschluss kannst du Geprüfter Betriebswirt IHK werden. Du kannst aber auch ein Hochschulstudium aufnehmen und einen akademischen Abschluss anvisieren. Ob sich das lohnt hängt natürlich von deinen Zielen ab. In vielen Fällen wird für dich aber die Aufstiegsfortbildung besser rentieren. Der Grund dafür ist, dass diese Fortbildung gut neben dem Job gemacht werden können und meist auch nicht so umfangreich sind.

Ein Hochschulstudium ist meist sehr viel aufwendiger und bringt dann oft auch nicht so viel mehr ein als es den Aufwand rechtfertigt. Außer du möchtest natürlich in die Wissenschaft gehen oder ins Top-Management kommen. Dann ist ein Studium oft die bessere Wahl.

Fortbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt

Die Fortbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt ist eine sehr umfangreiche Möglichkeit sich für besonders anspruchsvolle Fach- und Führungspositionen zu qualifizieren. Insgesamt musst du dafür 2400 Unterrichtsstunden einplanen. Außerdem hast du bei dieser Fortbildung viel mehr allgemeinbildende Fächer auf dem Lehrplan als bei den Fachwirten.

Mathe, Deutsch, Englisch und Sozialkunde gehören dabei zum Lehrplan. Wie auch die meisten Fachwirte, kann auch der staatlich geprüfte Betriebswirt in Vollzeit oder Teilzeit, sowie per Fernstudium gemacht werden. Neben deiner Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau bzw. zum Einzelhandelskaufmann braucht du mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Außerdem wird in vielen Bundesländern ein mittlerer Bildungsabschluss und/oder ein Berufsschulzeugnis gefordert.

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Das Qualifikationsniveau befindet sich auf der Stufe 6 des DQR. Ebenso wie bei den Fachwirten kannst du auch hier Aufstiegs-Bafög bekommen und sowohl an einer Fachhochschule als auch Universität studieren.

Das durchschnittliche Einkommen mit diesem Abschluss liegt laut Gehalt.de zwischen ca. 2700 Euro und 4600 Euro brutto im Monat. Das zeigt, dass auch ohne Studium ein hohes Einommen möglich ist.

Als Einzelhandelskauffrau studieren

Eine weitere relativ neue Möglichkeit, ist das Hochschulstudium. Du kannst als Einzelhandelskauffrau nämlich auch studieren. Dafür brauchst du neben deiner Ausbildung eine mehrjährige Berufserfahrung in deinem Bereich. Dann kannst du an einer Fachhochschule in deinem Fach studieren – beispielsweise BWL.

Wenn du vor deinem Studium eine Aufstiegsfortbildung wie den Fachwirt machst, dann kannst du uneingeschränkt studieren. Du kannst sowohl BWL als auch in der Regel jedes andere Fach studieren. Du kannst nicht nur an einer Fachhochschule, sondern auch an einer Universität studieren.

Ob sich das lohnt hängt von deinen Zielen ab. Meist ist das sowieso nur neben dem Beruf möglich. Viel zu lange dauert so ein Studium. Dafür gibt es Fernschulen, die zu den meisten Fachrichtung Studiengänge anbieten. Auch die ganz normalen Fachhochschulen bieten immer mehr Möglichkeiten an, um neben dem Beruf einen Hochschulabschluss zu erwerben.

Wenn du ein Studium machen willst solltest du wissen, dass dies in Deutschland in den meisten Studiengängen zweigeteilt ist. Im ersten Schritt kannst du hier einen Bachelor machen. Im zweiten Schritt den Master. Der Bachelor-Abschluss befindet sich auf der Stufe 6 des DQR. Der Master auf der 7 Stufe wo auch der Geprüfte Betriebswirt IHK zu finden ist.

Ob du einen Master brauchst um erfolgreich zu werden oder ob ein Bachelor ausreicht, hängt u.a. auch von der Fachrichtung, in der du studierst, ab. Im Bereich BWL reicht in vielen Fällen ein Bachelor aus. Ob dieser dann mehr bringt als ein Fachwirt oder Geprüfter Betriebswirt, ist nicht sicher. Karriere ist ein komplexes Thema. Nicht nur der Abschluss entscheidet darüber. Im Grund könntest du auch mit einem Berufsabschluss weit kommen. Die Chancen mit einem ademischen Abschluss stehen jedoch oft höher.

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Eine Karriere hat nicht nur Vorteile

Wer an das Thema Karriere denkt, sieht oft nur die positiven Seiten. Du wirst in der Regel mehr Verantwortung haben und mehr verdienen als dies als Einzelhandelskauffrau der Fall ist.

Dies bringt aber auch Nachteile mit sich. So arbeiten Führungskräfte und gehobene Fachkräfte meist mehr. Überstünden gehören viel öfter zur Arbeit. Auch die Verantwortung kann sich zum Nachteil entwickeln. Du bist nämlich nicht nur für die Erfolge, sondern auch die Misserfolge verantwortlich.

Es gibt durchaus Fälle, wo die Karriere eine Familie zerstört. Es gibt Fälle in denen Menschen wieder zu normalen Aufgaben zurückkehren, weil sie den Druck nicht standhalten.

Ich möchte dir deine Ziele nicht ausreden. Du sollst nur wissen, dass es auch Schattenseiten gibt. Das sollte bei der Planung und Zielsetzung immer auch mit beachtet werden. Berufliche Erfolge haben eben sehr oft auch Auswirkungen auf das Privatleben. Damit muss man umgehen können.

Am besten ist es, wenn deine Familie auch hinter dir steht, wenn du eine hast. Wenn du noch keine hast, dann hast du hier meist bessere Freiheiten. Je eher du also mit deiner Karriereplanung beginnst, desto besser ist das meist.  

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