Industriemeister – Fernstudium oder Präsenzunterricht

Industriemeister - Präsenzunterricht oder Fernstudium machen?

Wer sich mit der Fortbildung zum Industriemeister beschäftigt, wird sich in vielen Fällen die Frage stellen, ob es besser ist ein Fernstudium zu machen oder den Präsenzunterricht zu wählen. In diesem Artikel lernst du die Vorteile und Nachteile kennen. Diese sollen dir dabei helfen, dass du eine Entscheidung treffen kann.

Industriemeister per Präsenzunterricht ist gut für Disziplin

Wir kennen diese Form sehr gut aus unserer Kindheit und Jugend. Als wir zu Schule gingen, mussten wir jeden Tag vor Ort sein. Die Möglichkeit vom Kinderzimmer aus zu lernen gab es nicht.

Ebenso ist es auch mit dem Präsenzunterricht bei der Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister. Wenn du dich dafür entscheidest, gehst du in Vollzeit oder Teilzeit zum Unterricht. Im Vollzeitunterricht finden die Unterrichtsstunden täglich unter der Woche statt. Meist beginnen die Kurse um 8 Uhr und dauern bis um 16 Uhr. Das hat wie so viele Dinge im Leben Vorteile, aber auch Nachteile.

Ein großer Vorteil ist, dass du dadurch schnell eine Routine bekommst. Das heißt wenn du jeden Tag zur Fortbildung gehst, dauert es zwei bis drei Wochen und dann bist du daran gewöhnt. In den Vollzeitkursen sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meist viel disziplinierter und motivierter, als dies beispielsweise im Fernstudium der Fall ist.

Der Grund dafür sind die Mitschüler. Es ist der Gruppenzwang. Dieser bewirkt, dass du nicht so leicht abbrichst, weil es dich in keinem guten Licht erscheinen lässt. Meiner Meinung nach ist das nicht zu unterschätzen. Ich habe viel weniger Abbrecher in Präsenzkursen gesehen, als dies beim Fernstudium der Fall ist.

Bei einem Teilzeitkurs finden die Unterrichtsstunden oft am Wochenende oder aber auch manchmal unter der Woche am Abend statt. Abhängig ist das vom Kursanbieter.

Auch beim Teilzeitkurs haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meist eine hohe Disziplin, wenn auch die Motivation irgendwann abnehmen kann.

Die Motivation nimmt in manchen Fällen deshalb ab, weil du bis zum Abschluss Industriemeister beim Teilzeitkurs meist zwei Jahre brauchst und im Vollzeitkurs mit ca. 6 Monaten sehr viel schneller fertig bist.

Das heißt nicht, dass es keine disziplinierten Fernschüler gibt. Nur im Fernkurs ist die Disziplin viel mehr vom Teilnehmer selber abhängig. Es ist viel wichtiger sich selber motivieren zu können und die notwendige Disziplin an den Tag zu leben.

Im Vollzeit- oder Teilzeitkurs hat man den Vorteil der Routine, welche sich einstellt. Außerdem wirkt der Gruppenzwang viel stärker. Nicht jeder kann sich selber motivieren und nicht jeder bringt die notwendige Disziplin für ein Fernstudium auf.

Es ist ein Ansprechpartner da

Dass während der Unterrichtsstunden ein Dozent da ist, ist ebenfalls ein Vorteil eines Präsenzkurses beim Industriemeister. Während der gesamten Fortbildung wird es immer wieder Dinge geben, die man nicht versteht. Dinge, welche die Teilnehmer noch mal erklärt haben wollen bzw. erklärt haben müssen. Dies ist im Präsenzkurs sehr viel besser, weil immer ein Ansprechpartner da ist.

Wenn du etwas nicht verstehst, kannst du sofort nachfragen. Wenn du es dann immer noch nicht genau verstanden hast, kannst du nochmal nachfragen. Auch wenn du Sorgen und Nöte hast, kann dir ein guter Dozent schneller helfen, als dies beispielsweise im Fernstudium der Fall ist.

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Das kann ein sehr großer Vorteil sein. Du musst die meisten prüfungsrelevanten Kursinhalte nicht nur aus Büchern, Videokursen etc. lernen. Es steht ein realer Mensch vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein guter Dozent kann auch vor den Prüfungen sehr wertvoll sein. Dieser kann wertvolle Tipps und Hinweise zu den Prüfungen für den Industriemeister geben.  

Natürlich hast du auch bei guten Fernschulen immer einen Ansprechpartner, den du fragen kannst. Dieser ist jedoch meist nur per Telefon, E-Mail oder Skype erreichbar. Es gibt durchaus Menschen, denen diese Art der Unterstützung nicht reicht. Sie brauchen einen realen Ansprechpartner vor Ort. Jemanden der ihnen in live Dinge erklärt und die Fortbildungsinhalte auf einer Tafel, einem Flipchart etc. aufzeigt.

Nicht jeder hat die Zeit für Präsenzunterricht

Ein Nachteil des Präsenzunterrichts ist, dass dies an starre Zeiten gebunden ist. Wenn du jedoch Schichtarbeit hast oder eine sonstige zeitlich sehr anspruchsvolle Arbeit, dann ist ein Präsenzunterricht oft nicht möglich.

Nicht jeder möchte und sollte den Job für die Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister aufgeben. Dass du nach deiner Fortbildung dann wieder einen Job bekommst, ist nicht sicher. Daher ist es nicht zu empfehlen, den Job zu kündigen, nur um die Fortbildung zum Meister im Präsenzunterricht machen zu können.

Außerdem kann es sein, dass du zu den Kursen ewig fahren musst. Auch wen Kurse an vielen Orten in Deutschland angeboten werden, ist es nicht sicher, dass die Fachrichtung zu deinem Industriemeister in deiner Region angeboten wird. Wenn du zu weit fahren musst, dann ist ein Fernstudium meist sinnvoller. Natürlich hängt das immer auch von dir und deinen Vorlieben ab.

Mangelnde Flexibilität beim Präsenzunterricht

Ein weiterer Nachteil ist die mangelnde Flexibilität. Das heißt, wenn du im Vollzeit- oder Teilzeitkurs mal keine Zeit hast, dann geht der Unterricht trotzdem weiter. Die anderen Kursteilnehmer warten nicht bis du wieder Zeit hast. Wenn du beispielweise mehrere Wochen krank bist, dann musst du die Inhalte meist nur aus Büchern und andere Kursunterlagen nachholen. Der Kurs geht aber trotzdem auch weiter und wartet nicht auf dich.

Das ist meist nicht ganz so einfach. Diesbezüglich ist also eine Fortbildung zum Industriemeister im Präsenzunterricht nicht sehr flexibel. Es kann immer mal was dazwischen kommen. Gerade bei Berufstätigen die ja ohnehin schon durch die Arbeit eingespannt sind.

Beim Präsenzunterricht kann man sein Netzwerk ausbauen

Kontakte sind sehr wichtig. Besonders im beruflichen Kontext ist das der Fall. Nun sitzt du im Präsenzunterricht nicht alleine. Das heißt du kommst mit anderen Kursteilnehmern und Dozenten zusammen. Dies kannst du nutzen, um dein berufliches Netzwerk auszubauen.

Nicht wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich beispielsweise in Lerngruppen zusammen oder treffen sich auch so, neben den Kursen. Diese Möglichkeit solltest du auf alle Fälle nutzen. Kontakte sind heute ebenso wichtig, wie die Kompetenzen, welche du in deiner Fortbildung zum Industriemeister erwirbst.

Die Vorteile vom Präsenzunterricht sind also:

  • die Disziplin bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist meist höher
  • die Motivation hält in vielen Fällen länger an, als dies beim Fernstudium der Fall ist
  • Präsenzunterricht bietet die Möglichkeit sein Netzwerk auszubauen
  • Es ist immer ein Ansprechpartner (Dozent) da
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Die Nachteile vom Präsenzunterricht sind also:

  • Präsenzunterricht ist kaum flexibel
  • nicht immer neben dem Beruf möglich
  • wenn nicht im Umkreis angeboten – lange Fahrtzeiten bis unmöglich zu erreichen.

Hohe Flexibilität im Fernstudium

Den größten Vorteil des Fernstudiums möchte ich gleich zu Beginn erwähnen. Es ist die große Flexibilität, die das Fernstudium auszeichnet. So kannst du lernen wann du möchtest. Wenn du vor der Arbeit lernst, dann ist dies genau so möglich wie am Abend.

Außerdem ist es bei den meisten Fernschulen möglich, dass du die Regelstudienzeit verlängern oder verkürzen kannst. So ist es nicht schlimm, wenn du während deinem Fernstudium zum Industriemeister mal krank wirst und ein paar Tage nicht lernst und dich auskurierst.


Weiterbildung zum Industriemeister per Fernstudium machen


Was ebenfalls hervorzuheben ist, ist die räumliche Flexibilität. Du musst, bis auf wenige Seminartage in keine Schule oder andere Bildungseinrichtung. Du kannst in deinem Wohnzimmer oder bei der Arbeit lernen. Es liegt an dir wo du lernst. Auch wenn du dir eine Routine angewöhnen und regelmäßig an den selben Orten lernen solltest.

Menschen lernen nämlich in der Regel besser, wenn sie immer am gleichen Ort und zu der gleichen Zeit lernen. Wenn es jedoch aus beruflichen oder anderen Gründen nicht geht, dann kannst du es beim Fernstudium machen wie du möchtest. Du kannst wann und wo du willst lernen. Auch ich gehöre zu den Menschen, die diese Flexibilität durchaus zu schätzen wissen.

Fernstudium kann oft kostenlos getestet werden

Große Fernschulen, welche ein Fernstudium zum Industriemeister anbieten, sind beispielsweise das ILS oder SGD. Bei diesen Fernschulen ist es möglich, die Fortbildung 4 Wochen kostenlos zu testen. Wenn du in den ersten 4 Wochen merkst, dass das Ganze doch nichts für dich ist, kannst du einfach kündigen und brauchst dann auch keinen Cent dafür zu bezahlen.

Das ist super, wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob das Fernstudium etwas für dich ist. Du kannst dich damit vertraut machen und wenn du dich nicht wohl fühlst, kannst du kündigen und einen anderen Weg wählen.

Man braucht viel Disziplin

Meiner Meinung nach, ist die Disziplin im Vollzeit- und Teilzeitkursen meist sehr viel besser, als dies im Fernkurs der Fall ist. Da kommt bei nicht wenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Tag der Fernseher, denn anderen Tag dann die schöne Sonne und wieder einen anderen Tag der Grill in die Quere usw. Man schiebt das wichtige lernen vor sich her. So kann es natürlich nicht gehen.

Für ein Fernstudium brauchst du die Fähigkeit in Eigenregie diszipliniert zu lernen. Es gibt eigentlich niemanden, der dich antreibt. Du musst die notwendige Motivation aufbringen und dich mehrere Stunden pro Woche zum Lernen motivieren.

Natürlich gibt es dazu viele Tipps wie:

  • lerne regelmäßig zur gleichen Zeit und am selben Ort – schaffe eine Routine
  • melde dich nur an, wenn du es wirklich machen möchtest
  • und ein Ziel damit verfolgst,
  • außerdem solltest du deine Lernzeiten vorher planen
  • usw.

Man hat keinen Ansprechpartner in der Nähe

Im Fernstudium ist es sehr wichtig, dass man sich Dinge selber beibringen kann. Das heißt du musst es mögen und auch können, aus Büchern, Videokursen etc. zu lernen. Du musst dir deine Lernzeiten und das Lernpensum selber einteilen. Die gesamte Organisation liegt an dir. Auch wenn du meist einen Leitfaden zum Lernen bekommst, liegt die Organisation nur an dir.  

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Im Präsenzkurs hast du immer einen Dozenten im Kurs und du kannst sofort fragen, wenn du etwas nicht verstehst. Im Fernkurs ist das auch möglich aber sehr viel schwerer. Denn dein Dozent ist nicht in der Nähe und Erklärungen oder andere Hilfen werden dir über Telefon, E-Mail etc. gegeben. Dein Ansprechpartner ist auch nicht immer erreichbar. Es kann sein, dass sich dieser erst einen oder vielleicht sogar zwei Tage nach deiner Anfrage meldet.

Es kann besser nach Interessen gelernt werden

Ein meiner Meinung nach nicht zu unterschätzender Vorteil beim Fernstudium zum Industriemeister ist, dass du beim Lernen Zeit hast, deine Interessen sehr viel stärker zu berücksichtigen. Im Präsenzkurs muss sich der Dozent bzw. die Dozentin an allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern orientieren.

Wenn du ein Thema deiner Fortbildung genauer erklärt haben möchtest, ist dies im Präsenzkurs oft nur eigenschränkt möglich. Im Fernstudium kannst du dich jedoch an deinem Tempo orientieren und bei Themen, die dich mehr oder weniger interessieren, mehr oder weniger Zeit verwenden.

Aufstiegs-Bafög für Fernstudium und Präsenzkurs möglich

Eine Fortbildung zum Industriemeister ist mit hohen Kosten verbunden. Das gilt für das Fernstudium wie einen Präsenzkurs. Ein sehr gutes Hilfsmittel ist das Aufstiegs-Bafög. Dabei kannst du einen Teil der Fortbildungskosten als Zuschuss und den anderen als zinsgünstiges Darlehen gewährt bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass du dies beantragst.

Das Aufstiegs-Bafög kannst du sowohl für einen Teilzeit- oder Vollzeitkurs als auch für das Fernstudium bekommen. Beim Vollzeitkurs kannst du unter Umständen auch Hilfe zum Lebensunterhalt, wie beim ganz normalen Bafög auch, bekommen. Abhängig ist dies in der Regel von deiner Einkommens- und Vermögenssituation.

Anerkennung – IHK-Abschluss ist IHK-Abschluss

Es gibt Fortbildungsinteressierte, die sind die Meinung, dass die Fortbildung zum Industriemeister per Fernstudium weniger wert ist als ein Vollzeit- oder Teilzeitkurs. Das kann ich so nicht bestätigen. Die Fortbildung ist nämlich nicht die Prüfung. Du kannst deinen Kurs bei einem beliebigen Anbieter machen. Es gibt mehrere Bildungsanbieter, welche die Fortbildung zum Industriemeister anbieten.

Das ist für die Anerkennung unwichtig. Die Prüfungen werden nämlich immer von den Industrie- und Handelskammern abgenommen. Das heißt, dass dein Industriemeister immer gleich viel wert ist, weil dieser immer von der gleichen Organisation geprüft und vergeben wird. Egal ob du diesen per Präsenzunterricht oder Fernstudium machst.

Fernstudium oder Präsenzunterricht – es kommt darauf an

Du hast in diesem Artikel Vorteile und Nachteile der beiden Möglichkeiten den Industriemeister zu machen kennengelernt. Nun kommt es aber natürlich auf dich an. Meiner Meinung nach gibt es nicht die eine Form, die gut oder schlecht ist.

Es hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn du beispielsweise jemand bist, der ohne vorgegebene Routine kaum etwas schafft, ist meist im Präsenzkurs besser aufhoben.

Hier gibt es Dozenten, die eine Richtung vorgeben und andere Kursteilnehmer die motivierend wirken können. Du musst dich also selber fragen bei welcher Form du ein besseres Gefühl hast. Selbstverständlich spielen auch deine Möglichkeiten eine Rolle. Wenn es in deiner Nähe keinen Kurs gibt oder du während den Kurszeiten in deiner Nähe arbeiten musst, dann ist ein Fernstudium meist die einzige Möglichkeit.

Auch wenn du flexibel lernen möchtest, und dich sehr gut selber motivieren kannst, dann ist ein Fernstudium sicherlich eine gute Wahl.

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