Technischer Fachwirt IHK – Karriere durch Aufstiegsfortbildung

Geprüfter Technischer Fachwirt IHK - Karriere, Voraussetzungen, Weiterbildung uvm.

Eine Berufsausbildung ist in vielen Fällen die Basis des beruflichen Erfolgs. Wir leben jedoch in einer Zeit, in der einmal erworbenes Wissen nicht mehr ausreicht. Weiterbildung ist daher unheimlich wichtig. Wer seinen Arbeitsplatz sichern und auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig bleiben will, muss sich immer wieder weiterbilden und auf dem Laufenden bleiben. Wer beruflich aufsteigen will muss erst recht Gas geben und mehr machen als andere. Im technischen Bereich gibt es viele Fortbildungsmöglichkeiten und eine sehr beliebte Fortbildung ist der Geprüfte Technische Fachwirt IHK. Der Vorteil davon ist, dass es sowohl mit einer kaufmännischen als auch gewerblich-technischen Ausbildung möglich ist, diesen Fortbildungsabschluss zu erwerben.

In diesem Artikel möchte ich dir die anerkannte Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Technischen Fachwirt IHK näherbringen. Du erfährst welche Voraussetzungen du brauchst, welche weiteren Fortbildungsmöglichkeiten es gibt, was du verdienen kannst und viele weitere interessante Fakten über den Geprüften Technischen Fachwirt IHK.

Was sind die Anforderungen Voraussetzung für die Fortbildung?

Bei der Qualifikation „Geprüfter Technischer Fachwirt IHK“ handelt es sich um eine Aufstiegsfortbildung. Also nicht um eine grundlegende Ausbildung, sondern eine Qualifikation, welche auf einer ersten Qualifikation aufbaut.

Um an den Prüfungen bzw. der Prüfung teilnehmen zu können, brauchst du eine abgeschlossene dreijährige kaufmännische, verwaltende oder gewerblich-technische Berufsausbildung. Zusätzlich zur Ausbildung brauchst du ein Jahr Berufserfahrung.

Wenn du eine sonstige Ausbildung, nicht im gewerblich-technischen Bereich oder kaufmännischen Bereich abgeschlossen hast, sondern in einem anderen Bereich, dann brauchst du 2 Jahre Berufserfahrung.

Wenn du keine Berufsausbildung abgeschlossen hast, dann brauchst du 4 Jahre relevante Berufserfahrung.

Zusammengefasst brauchst du also eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein bis zwei Jahre Berufserfahrung oder vier Jahre Berufserfahrung, wenn du keine Ausbildung abgeschlossen hast.  


Weiterbildung 7 Fortbildung per Fernkurs – flexibel lernen und 4 Wochen kostenlos testen:


Wie schwierig ist das Ganze?

Der Abschluss befindet sich auf dem selben Niveau, wie einer Abschluss zum Handwerksmeister, Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker. Nämlich auf der Stufe 6, auf der sich beispielsweise auch der akademische Bachelorabschluss befindet.

Das heißt, dass die Fortbildung zum Geprüften Technischen Fachwirt IHK auch vom Schwierigkeitsgrad her auf dem gleichen Niveau liegt. Natürlich ist ein Bachelor bzw. ein akademisches Studium schwerer und umfangreicher als der Fachwirt für sich alleine gesehen. Dies ist so, weil vom Fachwirt davon ausgegangen wird, dass dieser auf einer Ausbildung und Erfahrung aufsetzt und daher mit dem Bachelor gleichgestellt wird, der oft bzw. meistens noch keine Ausbildung oder Erfahrung hat.

Nur in Zusammenhang mit einer Ausbildung und Erfahrung kann der Fachwirt meiner Meinung nach als gleichwertig gesehen werden. Für sich selbst, ohne weitere Ausbildung und Erfahrung, ist ein Bachelor meiner Meinung nach sehr viel anspruchsvoller.

Was meiner Meinung nach das Schwierigste an dieser Fortbildung ist, ist die Tatsache, dass die Hälfte aus technischen und die andere Hälfte aus kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Lerninhalten besteht. Wenn nun jemand aus dem technischen Bereich kommt, wird es nicht ganz so einfach sein die kaufmännischen Inhalte zu erlernen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Im technischen Bereich liegen Vorqualifikationen vor und im kaufmännischen Bereich hingegen ist man oft ein Neuling.

Das gleich gilt natürlich, wenn jemand eine kaufmännische Ausbildung und Erfahrung hat. Diese Person wird sich dann eher mit den technischen Inhalten schwer tun.  

Wie lange dauert der Technische Fachwirt IHK?

Wie lange die Aufstiegsfortbildung dauert, hängt von der Art des Kurses ab. Im Vollzeitkurs kannst du mit ca. 6 Monaten rechnen. Im Fernkurs oder Teilzeitstudium, dauert der Geprüfte Technische Fachwirt IHK in aller Regel bis zu 2 Jahre. In Vollzeit wird der Kurs meist von jenen gemacht, die arbeitssuchend sind oder sich nach der Fortbildung sowieso neu orientieren.

Der Großteil an Teilnehmern macht die Fortbildung jedoch in Teilzeitform an den Wochenenden und/oder Abenden oder per Fernstudium bzw. Fernkurs.

Wenn du nun den Fernkurs zum Technischen Fachwirt beispielsweise bei der Fernschule SGD* machst, beträgt die Regelstudienzeit 28 Monate, was etwas mehr als 2 Jahre ist. So ähnlich verhält es sich dann auch, wenn du deinen Abschluss in Teilzeit erreichen willst.

Möchtest du den Fortbildungsabschluss in diesen 28 Monaten erreichen, dann solltest du 8 bis 10 Stunden Lernzeit pro Woche einplanen was etwas mehr als eine Stunde pro Tag ist. Der Vorteil vom Fernstudium bzw. einem Fernkurs ist die flexible Art zu lernen.

Wenn wir uns wieder auf die Fernschule SGD beziehen, dann kannst du die Regelstudienzeit von 28 Monaten auf bis zu 43 Monate ausdehnen. Du musst also nicht in den 28 Monaten fertig werden und kannst dir auch Zeit lassen. Dies ist so bei einem Vollzeit- oder Teilzeitkurs nicht möglich.

Was ich hier noch anmerken möchte ist, dass du auch einfach so, ohne einen entsprechenden Kurs zur Prüfung gehen kannst. Du musst also nicht zwangsläufig einen Vollzeit-, Teilzeit, oder -Fernkurs machen, um den Abschluss Geprüfter Technischer Fachwirt IHK zu erwerben. Allerdings ist dies zu empfehlen. Nur durch eine gute Vorbereitung wirst du den Abschluss mit einem guten Ergebnis bestehen – zumindest in der Regel. Es gibt immer Ausnahmen.

Was sind die Fortbildungsinhalte

Die Weiterbildung bzw. Fortbildung ist in drei große Blöcke aufgeteilt, nämlich:

  • Wirtschaftsbezogene Qualifikationen
  • Technische Qualifikationen
  • Handlungsspezifische Qualifikationen

Im ersten Teil, den wirtschaftsbezogenen Qualifikationen lernst du die wirtschaftlichen Themen wie VWL, Recht und Steuern, Unternehmensführung und das Rechnungswesen kennen.

Im technischen Bereich lernst du als Grundlage naturwissenschaftliche und technische Grundlagen. Im weiteren Verlauf der Aufstiegsfortbildung geht es um die Themen Werkstofftechnologie und technische Kommunikation, sowie Fertigungs- und Betriebstechniken

Im dritten und letzten Teil dreht sich alles um die folgenden Themen:

  • Absatz-, Materialwirtschaft und Logistik
  • Produktionsplanung, -steuerung und -kontrolle
  • Qualitäts- und Umweltmanagement, Arbeitsschutz
  • Führung und Zusammenarbeit

Wenn wir nun die Inhalte mit dem Industriemeister oder Staatlich Geprüften Techniker genauer vergleichen merken wir schnell, dass vor allem technische Inhalte viel stärker in die Tiefe gehen als dies hier beim Technischen Fachwirt der Fall ist.

Der Vorteil vom Technischen Fachwirt ist, dass dieser besser ist für jene geeignet ist, die fachübergreifend arbeiten wollen. Ein Meister oder Staatlich Geprüfter Techniker hingegen bietet sich eher an, wenn du fachlich in die Tiefe gehen willst oder eine Führungsposition in der Fertigung einnehmen möchtest. Als Staatlich Geprüfter Techniker kannst du außerdem im Bereich von Forschung- und Entwicklung Karriere machen, was als Fachwirt eher nicht so sehr infrage kommt.

Was hier allerdings anzumerken ist, dass es auch als Technischer Fachwirt Möglichkeiten gibt sich noch stärker in die technische Richtung zu bewegen und sich zu spezialisieren. So kann mit diesem Abschluss der Geprüfte Industriemanager IHK im Anschluss gemacht werden und so der Weg in eine Spezialisten- oder Führungstätigkeit in einem stark technischen Bereich eröffnet werden. Hingegen kann ein Meister oder Techniker auch den Geprüften Technischen Betriebswirt IHK machen und sich so wertvolles Schnittstellenwissen zwischen BWL und Technik anzueignen.

Finanzierung der Aufstiegsfortbildung

Egal ob du eine Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt, Meister oder Techniker machen möchtest, das Ganze ist nicht billig. So kommen inkl. Fahrtkosten, Kosten für Unterlagen etc. zwischen 3000 Euro um 6000 Euro an Kosten auf dich zu.

Bei einem Fernkurs hast du den Vorteil, dass du für die Kursgebühren eine monatliche Belastung hast, die zwischen 100 Euro und 200 Euro pro Monat hast. Das sollte, vor allem wenn du berufstätig bist, eigentlich kein Problem sein.

Ein weiteres, sehr interessantes Mittel, um die Fortbildung zu finanzieren, ist das sogenannte Aufstiegs-Bafög. Dabei bekommst du einen großen Teil der Fortbildungskosten als nichtrückzahlbaren Zuschuss und den anderen als zinsgünstiges Darlehen. Das heißt, wenn du das Aufstiegs-Bafög bekommst, musst du nur einen Teil der Kosten bezahlen und den anderen Teil gibt dir der Staat als Zuschuss. Das gilt nicht nur für Vollzeit- und Teilzeitkurse, sondern auch wenn du einen Fernkurs machst. Alle Infos, die du zu dieser Förderung brauchst, findest du hier und diesem Link.

Was macht ein Technischer Fachwirt?

Nun, es man sollte sich erstmal bewusst werden, dass es den Geprüften Technischen Fachwirt IHK so als Beruf eigentlich nicht gibt. Es ist also in den seltensten Fällen so, dass du die Bezeichnung der Aufstiegsfortbildung in die Jobbörse eingibst und du dann entsprechende Berufe präsentiert bekommst.

Mit diesen Abschluss kannst du zum Beispiel in der Logistik eine besonders anspruchsvolle Spezialisten Position einnehmen oder als Controller tätig werden. Weitere Einsatzfelder sind:

  • Einkäufer
  • im Finanz- und Rechnungswesen
  • in einer leitenden Position
  • im Marketing
  • im Produktmanagement
  • in der Arbeitsvorbereitung
  • im Außendienst
  • als Account Manager
  • in der Produktion- oder Fertigung (auch in leitender Position)
  • im Kundendienst

Du siehst, dass mit diesem Fortbildungsabschluss viele Möglichkeiten gibt. Wo du im Endeffekt arbeitest hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Faktor ist beispielsweise deine grundlegende Ausbildung, die du schon hast und/oder deine Erfahrung. Wenn du vor deiner Aufstiegsfortbildung schon eher in der Fertigung tätig warst, bietet sich eine Karriere in der Fertigung an. Wenn du aber beispielsweise vorher schon in der Logistik warst, bietet sich hier eine Spezialisten- oder Führungsposition an.

Was ebenfalls möglich ist, ist der Wechsel in einen anderen Bereich. Beispielsweise von der Fertigung in den Vertrieb eines Fertigungsbetriebs.

Grob gesagt bzw. geschrieben, hängt dein zukünftiges Aufgabenfeld nach der Weiterbildung von deinen Vorkenntnissen bzw. vorigen Qualifikationen und natürlich auch deinen Zielen ab.

Auch hier gilt, dass der Abschluss, den du erworben hast, nicht für sich alleine steht. Du musst dich und deine Erfahrung, deine gesamten Qualifikationen und deine Persönlichkeit als Ganzes sehen. Du wirst selten nur wegen dem Abschluss Karriere machen. Natürlich ist er wichtig. Jedoch fließen auch andere Faktoren, wie bereits erwähnt deine Ausbildung, Erfahrung und sogar dein Interesse in deinen zukünftigen Weg ein.

Was sind die Einkommensmöglichkeiten?

Auch bezüglich des Einkommens gibt es sehr viele Faktoren, die Auswirkung auf die Höhe haben. Dein Verhandlungsgeschick spielt beispielsweise eine große Rolle und kann dir gut zehn Prozent und mehr Einkommen bringen.

Auch die Aufgabe, die du als Geprüfter Technischer Fachwirt IHK dann hast, hat genauso Auswirkung auf dein Gehalt wie die Branche in der du arbeitest, die Größe des Unternehmens und weitere Faktoren.

Laut BerufeNet beträgt eine beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung zwischen 3.504 € und 3.800 € pro Monat. Das ist nicht schlecht und lässt sich sehen, oder?

Laut Gehalt.de* beträgt der Median des Bruttogehalts deutscher Arbeitnehmer bei einer 40 Stunden-Woche bei ca. 4800 Euro brutto. Das heiß, dass 50 Prozent der erhobenen Datensätze von Gehalt.de drunter liegen und die andere 50 Prozent drüber liegen.

Warum liegen die Werte der verschiedenen Quellen im Internet so weit auseinander? Nun, weil unterschiedliche Datenbasen vorliegen. In manchen Quellen werden Teilzeitkräfte, 450 €-Kräfte und Vollzeitkräfte zusammengeworfen. Dabei sieht der Schnitt das Ganz anders aus, als wenn nur Vollzeitkräfte in die Statistik einfließen. Außerdem habe ich ja schon erwähnt, dass die Gehaltsspanne durch verschiedene Gegebenheiten sehr unterschiedlich ist. So kann ein Technischer Fachwirt in München durchaus 1000 Euro mehr verdienen als einer in Berlin oder Brandenburg.

Welche weiteren Fortbildungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn du nun deinen ersten Abschluss einer Aufstiegsfortbildung erworben hast, kannst du stolz auf dich sein. Doch Weiterbildung wird dich auch in Zukunft begleiten. Wer seinen Arbeitsplatz sichern oder gar weiter aufsteigen will, muss sich unbedingt immer wieder weiterbilden.

Mit deinem Abschluss aus Technischer Fachwirt IHK hast du viele Möglichkeiten. Du kannst dich beispielsweise durch Anpassungsweiterbildungen noch viel besser auf dein Aufgabenfeld qualifizieren oder Weiterbildungen machen, mit welchen du noch zusätzlich Aufgaben übernehmen kannst. Fremdsprachenkenntnisse sind beispielsweise unheimlich wichtig. Hier könnten regelmäßige Weiterbildungen sehr sinnvoll sein. Aber auch IT-Kenntnisse sind unheimlich wichtig.

Neben einer Anpassungsweiterbildung kannst du aber auch eine weitere Aufstiegsfortbildung machen. Für dich bietet sich beispielsweise der Geprüfte Technische Betriebswirt IHK, der Geprüfte Betriebswirt IHK oder der Geprüfte Industriemanager IHK an. Diese Fortbildungsabschlüsse liegen auf der siebten Stufe des DQR und damit auf dem Master-Niveau. Wenn du eher in die Richtung Aus- und Weiterbildung im betrieblichen Umfeld gehen willst, kannst du auch den Geprüften Berufspädagogen IHK ins Auge fassen. Dieser Abschluss ist ebenslo auf der Stufe 7 des DQR

Auch die Handwerkskammern bieten einen weiteren interessanten Abschluss für dich als technisch orientierten Fachwirt an. Bei den Handwerkskammern kannst du diesbezüglich den Geprüften Betriebswirt HWO machen, welcher sich auf dem selben Niveau wie auch der Technische Betriebswirt IHK oder der Industriemanager befindet.

Wenn du den akademischen Weg gehen willst, dann ist dies ebenfalls möglich. Mit einem Fachwirtabschluss kannst du in aller Regel ohne Abitur oder eine akademische Laufbahn beginnen. Du kannst sowohl an einer Fachhochschule als auch an einer Universität studieren und das in jedem Fach.

Du könntest als Technischer Fachwirt theoretisch dann auch Medizin oder Recht, also ein ganz anders Fach studieren. Ob sich das dann lohnt, hängt von deinen Interessen und Zielen ab.

Technischer Fachwirt IHK – Vollzeit, Teilzeit oder per Fernstudium?

Wie du vorhin schon gelesen hast, gibt es im groben drei Möglichkeiten die Fortbildung zu machen. Entweder du macht das Ganze in Vollzeit oder Teilzeit oder entscheidest dich für einen Fernkurs.

Ein Vollzeitkurs hat den Vorteil, dass du schneller fertig bist. Außerdem konzentrierst du dich voll und ganz auf deinen Kurs. Dadurch haben Vollzeitteilnehmer meist bessere Noten als jene in Teilzeit.

Der große Nachteil von einem Vollzeitkurs ist, dass dies nicht neben dem Beruf möglich ist. Einfach so den Job aufgeben um Fachwirt zu werden, ist oft doch sehr gewagt. Ich will dir aber keine Vorschriften machen. Wenn ein Vollzeitkurs zu dir und deinen Zielen passt, solltest du dies unbedingt machen. Auch ich habe meinen Betriebswirt in Vollzeit gemacht. Für mich war das sehr gut, weil ich schnell fertig war und ich mich so voll und ganz auf den Kurs konzentrieren konnte.

Ein Teilzeitkurs hat den Vorteil, dass du das Ganze in aller Regel neben den Beruf machen kannst. Du hast viel mehr Zeit dich mit den Themen zu beschäftigen. Im Gegensatz zum Fernkurs hast du einmal oder mehrmals in der Woche einen Dozenten an deiner Seite. Der Nachteil vom Teilzeitkurs ist, dass du nach deiner Arbeit noch aus dem Haus musst. Außerdem sind zwei Jahre dann schon sehr viel länger als ein halbes Jahr. Nicht alle von uns halten diese Doppelbelastung von Beruf und Lernen aus.

Das Fernstudium bzw. ein Fernkurs hat den Vorteil, dass du dadurch extrem flexibel bist. Du kannst dir länger Zeit lassen oder auch schneller lernen. Außerdem brauchst du zum Lernen nicht aus dem Haus. Das spart Fahrtkosten und ist bequemer als bei einem Kurs bei einem Bildungsanbieter. Auch beim Fernkurs hast du immer einen Ansprechpartner an deiner Seite. Allerdings nicht in Präsenz wie beim Vollzeit- oder Teilzeitkurs.

Du musst für dich selber herausfinden ob ein Fernkurs etwas für dich ist. Denn neben dem fehlenden Präsenzlehrer, musst du dich auch sehr viel besser selber motivieren können. Die Fähigkeit sich selber motivieren zu können und Disziplin zu zeigen, ist im Fernstudium bzw. bei einem Fernkurs unheimlich wichtig. Ein Fernkurs hat diesbezüglich einen weiteren Vorteil.

So kannst du diesen an den meisten Fernschulen 4 Wochen kostenlos testen. Wenn dir die Art und Form des Lernens nicht zusagt, kannst du den Kurs innerhalb dieser Zeit kostenlos widerrufen und dann doch lieber einen Vollzeit- oder Teilzeitkurs machen.

Was kann ich mit dem Abschluss studieren?

Als Geprüfter Technischer Fachwirt IHK kannst du an den meisten Fachhochschulen oder Universitäten studieren was du willst. Du könntest also beispielsweise auch Medizin, Jura oder ein anderes beliebiges Fach studieren.

Abhängig sollte das Ganze von deinen Zielen sein. Du musst dir die Frage stellen ob du dich durch ein Hochschulstudium weiterqualifizieren oder beruflich neu aufstellen willst.

Du solltest dabei auch wissen, dass so ein Studium bis zu vier Jahre und länger dauern kann. Das ist eine lange Zeit und man braucht ein Ziel, welches man wirklich unbedingt erreichen möchte.

Bevor du ein entsprechendes Studium startest, solltest du prüfen, ob du die notwendigen Voraussetzungen hast. Vor allem in den Bereichen Fremdsprachen, Mathe und wissenschaftlichen Arbeiten, kann ein Vorbereitungs- bzw. Brückenkurs sinnvoll sein.

Wird der Abschluss auf ein Studium angerechnet?

Ob dein Fortbildungsabschluss auf ein Hochschulstudium angerechnet werden kann oder nicht, hängt von den Bestimmungen der Hochschule ab, an der du studieren willst. Es kann sein, dass du an einer Hochschule, beispielsweise im Fach BWL, 30 Credits angerechnet bekommst und an einer anderen Hochschule im selben Fach nichts. Es lohnt sich daher auf alle Fälle an der Hochschule, bei der du studieren möchte nachzufragen.

Möchtest du beispielsweise an der Europäischen Fernhochschule Betriebswirtschaft studieren*, dann können dir mit dem Abschluss als Geprüfter Technischer Fachwirt IHK 30 Credits angerechnet werden.

Ein Cedit sind ca. 30 Stunden Lernzeit. So ein Bachelor im BWL hat beispielsweise bei der Euro-FH, wie auch an vielen anderen Hochschulen, 180 Credits. Dadurch verringert sich dann auch die Studienzeit. Im Fall bei der Euro-FH, kannst du als Technischer Fachwirt die Studienzeit um bis zu 8 Monate verkürzen lassen.

Studieren oder Fachwirt machen – was soll ich tun?

Wenn du dich für das Thema Karriere interessierst und du die Voraussetzungen hast, hast du dich sicherlich auch schon gefragt ob du lieber den Fachwirt machen sollst, oder doch studieren. Diese Frage lese ich immer wieder und möchte hier meine Meinung dazu schreiben.

Nun, ein Hochschulstudium hat genauso seine Vorteile, wie eine Aufstiegsfortbildung. So verdienen Akademiker im Durchschnitt mehr als jene mit einer Ausbildung oder Aufstiegsfortbildung. Außerdem gibt es Berufe und Bereiche, in denen fast ausschließlich Akademiker gesucht werden. So sind im Vorstand von DAX-Konzernen fast nur Akademiker zu finden. Auch im Bereich der Forschung oder im Höheren Beamtendienst, ist ein Studium ein Muss.

Die Aufstiegsfortbildung hat den Vorteil, dass sie kürzer und meist auch einfacher bezüglich Mathe, Englisch etc. als dies beim Studium der Fall ist. Der Technische Fachwirt hat eine Unterrichtsstundenzahl von ca. 700 und bis zum Bachelorabschluss braucht es über 5000 Stunden. Auch die Kosten für ein Hochschulstudium, das du neben dem Beruf machst, liegen in vielen Fällen bei mehr als 10.000 Euro und sind damit doppelt so hoch wie beim Fachwirt. Du kannst sowohl als Bachelor als auch als Geprüfter Technischer Fachwirt IHK viel erreichen.

Du kannst mit diesem Abschluss oder einem weiteren Abschluss zum Geprüften Betriebswirt oder Geprüften Technischen Betriebswirt IHK bis zur Bereichsleiter-Ebene aufsteigen. Bei Stellen die hierachisch über der Bereichsleiterebene sind werden meist Akademiker bevorzugt – zumindest in größeren und großen Unternehmen.

Als Fachwirt kannst du ebenfalls Karriere in einer besonderen Spezialisten Position machen. Genau wie als Bachelor. Auch als Fachwirt stehen dir viele Türen offen.

Was ich schon erwähnt habe ist, dass du einen Abschluss nie separat betrachten darfst. Du hast ja neben deiner Fortbildung auch noch eine Ausbildung, Erfahrung, vielleicht weitere Qualifikationen, Führungserfahrung etc. Wenn du dich nun auf eine höhere Stelle bewirbst, hast du durchaus sehr gute Karten, auch ohne Hochschulabschluss.

Zusammengefasst lässt sich schreiben, dass das für oder gegen einen Weg von deinen Zielen und auch deinen Fähigkeiten abhängt. Wenn du die Voraussetzungen für ein Studium nicht hast, aber für den Fachwirt, dann gibt es ohnehin nur diesen Weg. Außer du erarbeitest dir die Voraussetzungen was dann nochmal länger dauern kann.

Wenn du beide Wege gehen könntest und du aber beispielsweise in die Forschung oder den Vorstand eines DAX-Konzerns gehen möchtest, ist der akademische Weg der richtige Weg.

Wenn du dir die Frage stellst, ob du lieber den Technischen Fachwirt oder ein Studium machen sollst, stellt dir weitere Fragen, um auf die Antwort zu kommen. Frage dich:

  • Was möchte ich erreichen und kann ich dies mit einem Studium oder einer Aufstiegsfortbildung besser?
  • Wie wird mein Leben aussehen bzw. wie soll mein Leben aussehen und welchen Abschluss brauche ich dazu?
  • Bringe ich die notwendigen Voraussetzungen mit?
  • Bringe ich die notwendige Motivation und Disziplin mit?
  • Bei welchen der Wege habe ich ein besseres Gefühl?
  • Was möchte ich wirklich, unabhängig von der Meinung anderer?
  • Bringe ich die notwendigen finanziellen Voraussetzungen mit?

Was ist die englische Bezeichnung für den Geprüften Technischen Fachwirt IHK?

Laut BerufeNet ist die englische Berufsbezeichnung „Technical management specialist“. Laut IHK Akademie in Ostbayern ist die englische Berufsbezeichnung „Bachelor Professional of Technical Management (CCI)“. Die Bezeichnung „Bachelor Professional“ wurde eingeführt, um die Gleichwertigkeit von Fortbildungsabschlüssen und akademischen Abschlüssen international vergleichbar zu machen.

Auch wenn sich die Abschlüsse gleich anhören, sind sie zwar gleichwertig, aber nicht gleichartig. So ist die Art und der Umfang der Wissensvermittlung im akademischen Bereich eher wissenschaftlicher Natur und im Fortbildungsbereich eher praktischer Natur. Ich möchte hier nicht schreiben, dass das eine besser ist als das andere ist. Beide Abschlüsse genießen ansehen und haben ihren Platz in unserer Gesellschaft. Ich möchte nur anmerken, dass der Technische Fachwirt kein Bachelor einer Hochschule ist und umgekehrt ein Bachelor einer Hochschule kein Fortbildungsabschluss.

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