Wie kein anderer Studiengang erlebt die Psychologie heute eine Neuorientierung, die sie für ein weites Spektrum beruflicher Zweige zugänglich macht. Psychologen sind gefragter denn je, was auf der Ebene der Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen dazu geführt hat, dass immer mehr Spezialisierungsrichtungen auftreten. Im Folgenden sollen einige Trends im Bereich der Psychologie vorgestellt und ihr Anwendungsbereich kurz erläutert werden.
Mit den neuen Studienbereichen der Psychologie erweitert sich das Einsatzgebiet von Psychologen, die traditionell eher mit pädagogischen Einrichtungen oder Suchtberatungsstellen in Verbindung gebracht wurden. Wirtschaftspsychologie ist dabei eine der beliebtesten Neuausrichtungen des Faches. An der Börse, sowie bei großen Unternehmen sind Wirtschaftspsychologen heute sehr gefragt, da sie sich Erkenntnissen aus der Sozialpsychologie bedienen und diese auf die aktuellen Verkaufs-, Handels- und Marketingbewegungen anwenden. Damit betreibt die Wirtschaftspsychologie nicht nur fundierte Marktforschung, sondern analysiert auch Personal- und Unternehmensstrukturen, was zu einem gewinnbringenden Erfolg führen kann. Zu den Unterbereichen der Wirtschaftspsychologie zählen unter anderem die Führungs- und Arbeitspsychologie.
Auch die Sportpsychologie, deren Fundament in Deutschland bereits in den frühen 70er Jahren gelegt wurde, verzeichnet seit Neuerem einen merklichen Interessenzuwachs. Die Fusion aus Sportwissenschaft und Psychologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Themen wie Motivation, Trainingsabläufe und Sport als Bewältigung von sozialen Konflikten von einer psychologischen Warte aus zu betrachten. Besonders im Bereich des Leistungssports, zum Bespiel auch bei großen Vereinen oder bei professionellem Mannschaftssport, gehören Sportpsychologen zum Grundstock eines jeden Betreuerteams.
Die Gesundheitspsychologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen psychischer und körperlicher Gesundheit und versucht präventiv und kurativ mit Methoden der Sozialpsychologie ein Wohlbefinden herzustellen. Dass die Gesundheitspsychologie als eigenständiger Bereich der Psychologie auftritt, ist nur eine Folge des sich wandelnden Gesundheitssystems, das immer mehr zu einem anderem Verständnis von Krankheit und Gesundheit aufruft, als dies noch von einigen Jahren der Fall war.
Medienpsychologie ist neben vielen anderen Neuausprägungen auf dem Gebiet der Psychologie ein interessantes Phänomen, das sich mit der Interaktion zwischen visuellen Medien und ihrem Betrachter bzw. Leser befasst. Besonders im Bereich der Werbeindustrie trifft dieses Studienfach auf fruchtbaren Boden. Unter Marketinggesichtspunkten, sowie aus ästhetischer Perspektive bringen Medienpsychologen die Kapazität mit, eine auf ein Publikum ausgerichtete Botschaft zu ent- oder zu verschlüsseln.
Die Vielzahl an Neuorientierungen auf dem Gebiet der Psychologie belegen, dass der Arbeitsmarkt sich immer mehr für sogenannte Vermittlerpositionen interessiert. Die Stärke der so neugeschaffenen Berufsbilder besteht darin, dass sie so in bestehende Sektoren eintreten und dort aktiv an essenziellen Prozessen beteiligt sind. Psychologie wird so zunehmend auch zu einer führungsfähigen Disziplin.
Lesenswertes:
- Führung und Arbeitsgestaltung – Warum gute Führung allein nicht gesund macht – PDF Uni Wuppertal
Werbung

