Wenn du als Meister, Techniker oder Fachwirt den Schritt in die Selbstständigkeit wagst, kommst du früher oder später mit den verschiedenen Arten der Buchführung in Berührung. Grundsätzlich wird zwischen zwei Systemen unterschieden:
1. Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
Für wen geeignet: Einzelunternehmer, Freiberufler und kleinere Gewerbetreibende (bis 600.000 € Umsatz oder 60.000 € Gewinn).
Merkmale:
- Einfachste Form der Buchführung.
- Einnahmen und Ausgaben werden gegenübergestellt.
- Gut geeignet für Gründer aus dem Handwerk oder kleinere Dienstleister, die ihre Kosten im Blick behalten wollen.
Vorteil: geringer Verwaltungsaufwand, keine Bilanz nötig.
Nachteil: weniger Transparenz für Banken/Investoren, eingeschränkte Planbarkeit.
2. Doppelte Buchführung (Bilanzierung)
Für wen Pflicht: Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, UG) oder wenn die Umsatz-/Gewinngrenzen überschritten werden.
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Merkmale:
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Alle Geschäftsvorfälle werden doppelt erfasst (Soll und Haben).
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Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
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Bietet ein deutlich klareres Bild über die Vermögens- und Finanzlage.
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Vorteil: professionelle Darstellung, besser für Wachstum und externe Finanzierung.
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Nachteil: höherer Aufwand, meist Einsatz einer Buchhaltungssoftware oder Steuerberater notwendig.
3. Was bedeutet das speziell für Meister, Techniker und Fachwirte?
Als Handwerksmeister reicht oft die EÜR in den ersten Jahren, da hier meist eine kleinere GmbH oder Einzelunternehmung gegründet wird. Das hängt natürlich auch immer vom Einzelfall ab und ist nicht allgemeingültig. Wer z.B. einen Betrieb übernimmt, mit einer Struktur, wird schon sehr viel mehr Umsatz und Gewinn machen, was wiederum eine doppelte Buchführung braucht.
Für Techniker mit dem Ziel, ein größeres Ingenieurbüro oder Dienstleistungsunternehmen aufzubauen, kann die doppelte Buchführung früh Sinn machen, um Investoren oder Banken überzeugen zu können. Aber auch da hängt es wieder vom Einzelfall ab. Wer Selbständig bleiben möchte und eher kein großes Unternehmen aufbauen möchte, könnte mit einer EÜR gut bedient sein. Der Grund ist, dass hier der Aufwand nicht so groß ist, wie dies bei der doppelten Buchführung der Fall ist. Gründer können sich so sehr viel mehr auf die Aufgaben, als die Organisation drum herum konzentrieren.
Fachwirte im Bereich Rechnungswesen, BWL oder Wirtschaftsfachwirte profitieren davon, dass sie die Grundprinzipien schon kennen – für sie bietet die Bilanzierung langfristig mehr Vorteile, gerade wenn das Unternehmen wachsen soll.
👉 Tipp: Auch wenn die EÜR am Anfang genügt – wer den Meister, Techniker oder Fachwirt als „Sprungbrett“ für eine nachhaltige Selbstständigkeit nutzt, sollte frühzeitig die Strukturen einer doppelten Buchführung einführen. Das schafft Sicherheit, erleichtert das Wachstum und wirkt professioneller gegenüber Kunden, Banken und Geschäftspartnern.
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