Fertigungstechnik und deren Verfahren – Teil4

Die digitale Arbeitswelt nimmt rasant an Fahr auf

Beschichten als Fertigungsverfahren

Die fünfte der sechs Gruppen, die der Einteilung von Fertigungsverfahren nach der DIN 8580 dienen, ist die Gruppe des Beschichtens. Zu dieser Gruppe gehören all diejenigen Prozesse, mit deren Hilfe du eine zusätzliche Schicht auf einem Werkstück erzeugen kannst. Zusätzliche Bedingung ist es, dass die zusätzliche Schicht aus einem formlosen Ausgangsmaterial, zum Beispiel einer Flüssigkeit, erzeugt wird.

Als Erstes fällt den meisten Menschen bei diesen Verfahren das Lackieren ein. Denn dabei wird ein Lack auf ein Werkstück aufgetragen und mit dessen Hilfe eine zusätzliche Schicht erzeugt – die Lackschicht.

Innerhalb der fünften Hauptgruppe, den Fertigungsverfahren zur Beschichtung, gibt es acht weitere Unterteilungen:

5.1 Beschichtende Herstellung aus dem flüssigen Zustand
5.2 Beschichtende Herstellung aus dem plastischen Zustand
5.3 Beschichtende Herstellung aus dem breiigen Zustand
5.4 Beschichtende Herstellung aus dem körnigen oder pulverförmigen Zustand
5.5 Beschichtende Herstellung durch Schweißen
5.6 Beschichtende Herstellung durch Löten
5.7 Beschichtende Herstellung aus dem gas- oder dampfförmigen Zustand (Vakuumbeschichten)
5.8 Beschichtende Herstellung aus dem ionisierten Zustand

Die Änderung von Stoffeigenschaften

Die sechste und letzte Gruppe der Fertigungsverfahren ist die Gruppe der Änderung der Stoffeigenschaften. Diese Prozesse ermöglichen es dir, die Ausgangsform des Stoffes zu verändern. Wenn ein Stoff vor dem Fertigungsverfahren zum Beispiel flüssig ist, kannst du mit Hilfe des passenden Verfahrens diesen Ausgangsstoff zu einem festen Werkstück verarbeiten.

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6.1 Verfestigen durch umformende Maßnahmen
6.2 Wärmebehandelnde Maßnahmen nach der DIN 17014 1. Teil
6.3 Thermo-mechanische Maßnahmen
6.4 Sintern und Brennen
6.5 Magnetisieren
6.6 Bestrahlen
6.7 Photochemische Verfahren


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Die am häufigsten vorkommenden Verfahren in diesem Bereich sind das Härten und das Glühen von Werkstoffen.

Doch auch hier gibt es eine weitere Unterteilung in Untergruppen der ersten Rangordnung. Insgesamt sind es sieben Untergruppen, die die Hauptgruppe Änderung der Stoffeigenschaft weiter unterteilen und genauer voneinander abgrenzen:

Die weitere Einteilung von Fertigungsverfahren

Doch die DIN 8580 geht deutlich weiter, als nur eine Einteilung in sechs verschiedene Gruppen an Verfahren zu treffen. Denn zudem können die verschiedenen Hauptgruppen in weitere Untergruppen unterteilt werden. Es ist also möglich, die einzelnen Fertigungsverfahren weiteren Gruppen zuzuordnen, sodass letztendlich eine eindeutige Charakterisierung die Folge ist.

Damit die übersichtliche Darstellung bestehen bleibt, arbeitet die DIN 8580 mit Ordnungsnummern. Die Hauptgruppe und die konkrete Zuteilung zu einer Gruppe geben Aufschluss über die erste Ordnungsnummer.

Anschließend unterteilst du den Prozess in die weiteren Unterkategorien und ordnest deinem Verfahren die jeweilige Zahl zu. Bei einer vierfachen Unterteilung und Einordnung könnte sich dann zum Beispiel eine Ordnungszahl wie 4.3.5.1 ergeben. Aufgrund der ersten Ordnungszahl, der 4, würde der Prozess dann aus dem Bereich der fügenden Fertigungsverfahren stammen.

Der Nutzen der genauen Einteilung nach DIN 8580

Dank der Ordnungszahlen und der genauen, kleinschrittigen Einteilung von Fertigungsverfahren gibt es ein einfaches Prinzip zur vereinfachten Anwendung der Prozesse. In der DIN 8580 sind sämtliche Fertigungsverfahren geregelt, sodass ein Blick genügt, um anhand der Ordnungszahl das konkrete Verfahren zu ermitteln.

Dank der vereinheitlichen Regelung kannst du den jeweiligen Prozess schnell erkennen und präzise analysieren. Wenn du mit Hilfe der Ordnungszahl den relevanten Abschnitt gefunden hast, findest du dort hilfreiche Informationen.

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Denn in der DIN werden die Struktur des Fertigungsverfahrens, der Ablauf des gesamten Verfahrens und dessen Merkmale erläutert und dargestellt. Somit dient die DIN 8580 auch der Information und insbesondere der genauen Bezeichnung des Verfahrensabschnitts, mit deren Hilfe eine weitgehende Vereinheitlichung erfolgt.

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