Fertigungstechnik und deren Verfahren – Teil3

Das Trennen als Fertigungsverfahren

In der dritten Gruppe der Fertigungsverfahren befinden sich die Verfahren, die für die Trennung von Material sorgen. Bei trennenden Fertigungsverfahren wird der Zusammenhalt des Materials an den gewünschten Stellen aufgehoben. Du sorgst dafür, dass von der ursprünglichen Form des Werkstoffs Teilchen abgetrennt werden.

Logischerweise muss die Endform in der Anfangsform enthalten sein. Falls dies nicht der Fall ist, handelt es sich um ein anderes Fertigungsverfahren und ist kein trennendes Verfahren. Auch das Zerlegen von ursprünglich einmal zusammengesetzten Werkstücken ist ein trennendes Verfahren.


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Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel die zerspanenden Verfahren, die geradezu typisch die Eigenschaften der trennenden Prozesse charakterisieren.

Bei der weiteren Unterteilung spielt es eine entscheidende Rolle, auf welche Art und Weise für die Trennung gesorgt wird. Anhand der Charakteristika des trennenden Verfahrens erfolgt eine Einteilung in weitere Untergruppen mit unterschiedlichen Ordnungszahlen. Weiterführende Regelungen findest du dann wieder in anderen Normen.

3.1 Zerteilen nach der DIN 8588
3.2 Spanen mit gometrisch bestimmten Schneiden nach der DIN 8589
3.3 Spanen mit gometrisch unbestimmten Schneiden nach der DIN 8589
3.4 Abtragen nach der DIN 8590
3.5 Zerlegen nach der DIN 8591
3.6 Reinigen mit Hilfe von Reinigungsstrahlen nach der DIN 8592

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Die Trennverfahren lassen sich auch in Spanen und Zerteilen unterteilen. Zu den spanenden Trennverfahren gehören:

  • das Drehen
  • das Feilen
  • das Läppen
  • das Bohren
  • aber auch das Fräßen

Zu den zerteilenden Trennverfahren gehören beispielsweise:

  • das Schwerschneiden
  • sowie das Keilschneiden

Eines der bekanntesten Trennverfahren, welches auch im privaten Bereich häufig angewandt wird, ist das flexen. Das Werkzeug ist der Winkelschleifer, der häufig auch als Flex bezeichnet wird.

Mit dem Winkelschleifer ist es möglich sowohl Metalle, als auch Steine zu trennen. Wer beispielsweise ein Metallstück am Bau auf die passende Größe verkleinern möchte, kann dies oft auch mit einer Flex bzw. einem Winkelschleifer machen.

Die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Arbeit dabei, sind die Trennscheibe und die Leistung des Motors. Das ist aber auch bei anderen Fertigungsgeräten so. Das Werkzeugmaterial und die Leistung spielen eine entscheidende Rolle. Wenn du mit der Flex Stein schneiden möchtest, dann brauchst du eine andere Scheibe, als dies bei Stahl oder Aluminium der Fall ist.

Da du einen Winkelschleifer in aller Regel direkt in der Hand und ohne Vorrichtung benutzt, gilt es besonders aufzupassen. Wenn sich beispielsweise ein Stahlrohr, welches du schneiden möchtest, verkeilt, dann kann es sein, dass dir ein Teil um die Ohren fliegt, wenn du es nicht fest hältst oder am besten irgendwo einspannst. Auch zu beachten ist, dass du Sicherheitsausrüstung verwendest. So sind Gehör- und Augenschutz sowie Mund- und Atemschutz bei bestimmten Materialen auf alle Fälle zu benutzen.

Was ich hier auch anmerken möchte ist, das je nach Trennverfahren und je nach gewünschter Genauigkeit nachgearbeitet werden muss. Wenn wir dazu wieder das Flexen als Beispiel nehmen, wirst du nach der Arbeit häufig einen Grat an der Arbeitsfläche haben. Ist eine saubere Oberfläche gewünscht, dann muss natürlich mit einer Feile oder einer Schleifmaschine nachgearbeitet werden.

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Das Fügen als Fertigungsverfahren

Eine weitere Gruppe der Fertigungsverfahren sind die fügenden Prozesse. Diese bezwecken das Gegenteil und stehen konträr den trennenden Verfahren gegenüber. Beim Fügen sorgst du mit dem jeweiligen Fertigungsverfahren dafür, dass mehrere Werkstücke oder Materialien miteinander verbunden werden.

Diese Prozesse schaffen also eine langanhaltende Verbindung zwischen zwei verschiedenen Stücken. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten des Fügens. Entweder bringst du mehrere, mindestens zwei, Werkstücke mit einer geometrischen Form zusammen oder du sorgst für eine dauernde Verbindung von Werkstücken aus formlosem Material.

Zu diesen Verfahrensarten gehören eine Menge unterschiedlicher Typen. Exemplarisch für die Eigenschaften der fügenden Prozesse ist zum Beispiel das Schweißen. Das Schweißen wird sehr häufig im metallverarbeitenden Branchen eingesetzt und ist Bestandteil in der Berufsausbildung bei entsprechenden Ausbildungsberufen.

Mit Hilfe des Schweißverfahrens sorgst du dafür, dass zwei metallische Werkstücke miteinander verbunden werden – und das dauerhaft. Darüber hinaus sind aber auch das Schrauben, das Löten oder Kleben typisch für das Fügen von Werkstücken. Es stellt sich also stets die Frage, mit welchem Fertigungsverfahren die höchste Qualität bei möglichst niedrigen Kosten zu erwarten ist.

Die Unterteilung in weitere Ordnungszahlen der nächsten Rangordnung erfolgt auch bei den fügenden Fertigungsverfahren. Hier gibt es insgesamt acht Untergruppen:

4.1 Zusammensetzen nach der DIN 8593 1. Teil
4.2 Füllen nach der DIN 8593 2. Teil
4.3 An- und Einpressen nach der DIN 8593 3. Teil
4.4 Fügen durch Urformen nach der DIN 8593 4. Teil
4.5 Fügen durch Umformen nach der DIN 8593 5. Teil
4.6 Fügen durch Schweißen nach der DIN 8593 6. Teil
4.7 Fügen durch Löten nach der DIN 8593 7. Teil
4.8 Kleben nach der DIN 8593 8. Teil

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