Modebloggerin Nina Schwichtenberg im Karriere-Interview

Der Beruf des Bloggers bzw. der Bloggerin ist noch relativ jung und zählt schon zu einen der umfangreichsten und spannendsten Berufe überhaupt. Für diesen Artikel konnte ich einen wirklich sehr interessanten Menschen als Interview-Partner gewinnen. Die Rede ist von Modebloggerin Nina Schwichtenberg. Sie hat nicht nur einen tollen Modegeschmack, sonder vertsteht es Mode gekonnt in Szene zu setzen. Lesen Sie nun dieses wirklich sehr interessante Interview.

 

Ein herzliches Willkommen an Modebloggerin Nina Schwichtenberg. Vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit für unsere Fragen nimmst. Bitte stell dich unseren Lesern vor: Wer bist du? Was machst du so? Was machst du beruflich?

Ich bin Nina, 24 und leben und arbeite im schönen München. Ich bin erst seit gut zwei Wochen mit meinem Fashionblog FASHIIONCARPET selbstständig und plane zusätzlich als freie Moderedakteurin zu arbeiten. Nach Stationen bei verschiedenen Print- und Onlinemagazinen habe ich mich jetzt dazu entschieden, meinen eigenen Weg mit dem Blog zu gehen.

 

Du warst vorher in einer Anstellung und gibst diese jetzt für die Selbständigkeit als Bloggerin auf, habe ich gelesen. Wie bist du zum Bloggen gekommen und warum möchtest du nun in Vollzeit bloggen?

Genau, das stimmt. Ich habe vor über 3 ½ als Hobby und während meines Studiums mit dem Bloggen angefangen. Überredet hat mich damals mein Freund dazu. Nach meinem ersten Blogjahr bin ich jobbedingt nach München gezogen, wo ebenfalls die Fashionbloggerszene sehr ausgeprägt ist. Von da an ging es stetig bergauf. Dennoch war es mir wichtig, dass ich zunächst „richtige“ Berufserfahrung nach meinem Studium im Journalismus sammle. Deswegen habe ich mir mit dem Schritt in die Selbständigkeit relativ viel Zeit gelassen. Mittlerweile ist der Blog allerdings so zeitintensiv und groß geworden, dass ich am Ende sieben Tage die Woche und zwölf Stunden am Tag gearbeitet habe. Das geht an die Substanz und war am Ende auch einfach nicht mehr mit meinem anderen Vollzeitjob bei einem Onlinemagazin zu vereinen.

 

Wer sich ein bisschen umsieht merkt schnell, wie rasant die Zahl der Blogger steigt. Was hältst du davon, dass so viele Menschen bloggen wollen? Macht dir die doch stark wachsende Konkurrenz sorgen? 

Nein im Gegenteil! Ich finde es gut, dass immer mehr Menschen anfangen zu bloggen. Das zeigt wie attraktiv und interessant diese Branche geworden ist. Den Konkurrenzdruck sehe ich ziemlich entspannt da ich finde, dass jeder seine Daseinsberechtigung hat. Wer gute Arbeit leistet wird immer Jobs bekommen und mit der Zeit wird meiner Meinung nach sowieso eine ganz natürlich Auslese stattfinden, bei der sich dann die Spreu vom Weizen trennt.

 

Als Vollzeitbloggerin bist du ja Selbständig. Was sind deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren dafür? Wie kann man als selbständiger Blogger bzw. selbständige Bloggerin erfolgreich werden?

Auf jeden Fall durch gute und qualitative Arbeit! Wenn die Leser das Gefühl haben, dass man authentischen und ansprechenden Content produziert, werden sie einem das auf Dauer danken und zu schätzen wissen. Zusätzlich ist es natürlich auch wichtig, sich in der jeweiligen Branche einen Namen zu machen, Networking zu betreiben und mögliche Auftraggeber auch offline von sich und seiner Arbeit zu überzeugen. Es ist ein Gesamtpaket, das viele am Anfang unterschätzen und das mit sehr viel Arbeit verbunden ist.

 

Was macht für dich den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem nicht erfolgreichen Blog aus? Was hat ein erfolgreicher Blog was andere nicht so haben?

Es ist natürlich immer die Frage, was man als erfolgreich definiert. Ob man das Anhand der Reichweite beurteilt, anhand der Auftragsmenge und des Einkommens oder einfach der Tatsache, dass man den Schritt zum Bloggen überhaupt gewagt hat. Für mich persönlich ist ein erfolgreicher Blogger, der es geschafft hat sich mit seinem Blog selbst zu verwirklichen und nebenbei noch in der glücklichen Situation ist, davon leben zu können. Das kann man allerdings nur erreichen, wenn man bereit ist hart dafür zu arbeiten, diszipliniert ist und sich mehr auf sich als auf andere konzentriert. Ein erfolgreicher Blogger kennt sein Alleinstellungsmerkmal, seinen Marktwert und weiß wie er ihn einzusetzen hat, ohne dafür über Leichen zu gehen.

 

Du gehst aus der Anstellung in die Selbständigkeit. Was sind für dich die Vorteile der Selbständigkeit und welche Nachteile gibt es deiner Meinung nach?

Für mich gibt es momentan deutlich mehr Vorteile wie bspw. das freie und selbstbestimmte Arbeiten, das eigener Chef sein, einfach die komplette eigene Kontrolle und Entscheidungskraft über das zu haben was man tut, und am Ende des Tages seine ganze Energie in seine eigenen Projekte zu stecken. Ein Nachteil ist natürlich das deutlich höhere Risiko. Man muss sich um vieles selbst kümmern (Auftragslage, Versicherungen und viel Organisatorisches). Das ist bei einem Angestelltenverhältnis, wo man von 9 to 5 arbeitet und danach den Stift aus der Hand legen kann, im ersten Moment entspannter. Denn am Ende des Monats geht das Gehalt so oder so ein, auch wenn man vielleicht nicht alles zu 100% geschafft hat.

 

Vom Bloggen leben – wie kann man sich das vorstellen. Womit verdient man als Blogger eigentlich sein Geld?

Als Blogger gibt es verschiedene Möglichkeiten Geld zu verdienen. Das fängt bei ganz klassischen Methoden wie Bannerschaltung an, über Affiliate bis hin zu Advertorials. Es kann aber auch über den Blog hinausgehen. Mittlerweile werden Blogger zunehmend auch als Speaker oder Experten in dem jeweiligen Bereich gebucht. In der Fashionbloggerszene agieren Blogger bspw. auch immer häufiger in Rollen von Stylisten, Testimonials (Markenbotschaftern), Models oder Designern. Andere bringen Bücher oder DVD’s heraus. Da können die Berufszweige schon mal verschwimmen.

 

Darf ich dich fragen, ob du ein Vorbild hast und wenn ja wer das ist?

Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich ein Vorbild. Klar gibt es hier und da ein paar erfolgreiche Bloggerinnen, die ich bewundere und beeindruckt bin von dem was sie geschafft haben. Vorbilder sind sie für mich aber nicht wirklich – eher Inspiration. Ich finde es wichtig, dass man sich nicht selbst aus den Augen verliert und nicht zu sehr darauf fokussiert ist, was und wie andere Blogger etwas tun.

 

Hast du eigentlich auch ein Lebensmotto? Wenn ja, dürfen wir es erfahren?

Bisher hatte ich keins, aber mein neues könnte werden: Lebe jeden Tag als wäre es der letzte ☺Dass man einfach das tun sollte wonach einem ist, dass man sich trauen und einfach auf sein Herz hören sollte. Denn ich glaube mittlerweile, dass man nur so langfristig  glücklich werden kann.

 

Stell dir mal vor, ich würde nächste Woche mit dem Bloggen beginnen und habe keine Ahnung davon. Was würdest du mir raten? Wie soll ich vorgehen?

Als erstes würde ich dir raten dich selbst zu hinterfragen, warum du das ganze machen willst. Wenn es aus rein finanziellen Gründen ist, würde ich dir davon abraten. Das wichtigste beim Starten eines Blogs ist Leidenschaft und Herzblut. Dabei ist es egal, ob man den Blog nur als Hobby betreiben möchte oder größeres anstrebt. Nur jemand, der für seine Sache brennt wird langfristig gut darin sein. Überlege dir worüber du bloggen willst, was deinen Blog von anderen unterscheiden und wie dein Konzept aussehen soll. Zudem solltest du mindestens 10 Blogbeiträge vorbereitet haben, bevor du deinen Blog online stellst. So ist bereits etwas Content vorhanden und die Leserbindung ist wahrscheinlicher. Außerdem super wichtig: Social Media! Lege dir „business“ Profile bei Facebook, Instagram, Snapchat, Pinterest und Twitter an und achte darauf, dass all diese Kanäle sowohl inhaltlich als auch optisch zusammenpassen – ein roter Pfaden ist wichtig. Und zu guter Letzt: Hab einfach Spaß und mache das worauf du Lust hast ☺

 

In den USA verdienen Blogger bzw. Bloggerinnen sehr gut im Gegensatz zu vielen Deutschen. Was kann Deutschland bezüglich Bloggen und Internetbusiness im Allgemeinen von den USA noch lernen?

Die Akzeptanz und Anerkennung. Als Blogger muss man sich hier häufig noch für das rechtfertigen was man macht. In den USA hingegen sind Blogger mittlerweile als Berufsgruppe anerkannt und es ist selbstverständlich, dass dort angemessene Gagen für die Arbeit, die Blogger leisten, gezahlt werden. Hier in Deutschland muss man häufig noch stark dafür kämpfen und sich erklären.

 

Wie machst du deinen Blog eigentlich bekannt? SEO, Social Media und wenn ja welches dieser Kanäle ist für dich am vielversprechendsten?

Ich versuche meinen Blog über verschiedene Kanäle zu pushen und glaube, dass der Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen wichtig ist, um verschiedene Ziel- und Altersgruppen zu erreichen. Obwohl ich einen hohen Prozentsatz an wiederkehrenden Lesern habe, versuche ich meinen Blog sowohl über SEO und Social Media wie Facebook, Instagram und Snapchat zusätzlich zu promoten und weiter bekannt zu machen. Momentan ist für mich Instagram und Snapchat am wichtigsten, ich behalte dabei aber immer im Hinterkopf, dass man sich von diesen Social Media Kanälen nie zu abhängig machen sollte. Der Hype kann genauso schnell vorbei sein wie er da war. Und am Ende des Tages hat man bei diesen Kanälen absolut keine Entscheidungsgewalt. Deswegen steht mein Blog mit seinem qualitativen Content immer an erster Stelle, denn er ist langfristig das einzige Medium, dass ich fremdfrei und selbst bestimmen kann.

 

Noch eine letzte Frage. In meinem Blog geht es ja hauptsächlich auch um die Themen Erfolg und berufliche Karriere. Wenn jetzt jemand von meinen Lesern in der Berufsfindung ist und eine neue Karriere einschlagen möchte, was würdest du so jemanden raten?

Ich würde ihm raten auf sein Herz zu hören und mutig zu sein. Ich habe vieles in meinem Leben ausprobiert, um auch mal festzustellen dass es nicht das richtige ist. Jede Etappe im Leben bringt einen irgendwie weiter, man muss nur einfach die Zügel in die Hand nehmen und loslegen 🙂

 

So, das war das Karriere-Interview mit Modebloggerin Nina Schwichtenberg. Für den tollen Einblick in die Arbeit einer Modebloggerin und die tollen Fotos, möchte ich mich herlichst bei dir bedanken. Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, dass sie aus den Zeilen dieses Artikel, auch für ihre Karriere Erkenntnisse gewinnen und ihre Ziele verfolgen.

Fotoquelle: Modebloggerin Nina Schwichtenberg

 

 

Über Josef Altmann

Mein Name ist Josef Altmann, ich komme aus Furth im Wald und bin Fachwirt, Betriebswirt und Online Marketing Consultant IHK. Auf dieser Seite finden Sie mehrere hundert Artikel, sowie einen Bereich für Ihre Weiterbildungssuche. Außerdem helfen wir Ihnen gerne bei Ihren Bewerbungsunterlagen. Neben Karriere und Bildung betreibe ich noch weitere Blogs und Websites. Überdies biete ich auf online-marketing-altmann.de ein Dienstleistungs- und Beratungsangebot.

Schreibe einen Kommentar

Josef Altmann